Astrologie Heute Nr. 121 (Juni 2006) - Bücherschau
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Astrologie Heute Nr. 121
Juni 2006

Inhaltsverzeichnis
Heft Nr. 121 bestellen

B Ü C H E R S C H A U




Energiesparbuch

 
Marion Röbkes
Nova Bibliotheca Astrologica 
 
geb., 478 S., Euro 48,00, D-Tübingen 2006
nur erhältlich bei: www.astronova.de

   

Eine Bibliografie, in der alle astrologischen Bücher ab 1460 bis 2005 aufgeführt sind: Nova Bibliotheca Astrologica. Die Autorin Marion Röbkes hat wohl die Jungfrau-Energien eines ganzen Lebens gesammelt, um dieses Buch zusammenzustellen. Nicht nur die deutschen Astrologiebücher sind erfasst, auch die französischen, englischen, italienischen, spanischen, niederländischen und lateinischen Werke. Nun bedaure ich, nie ein Astrologiebuch geschrieben zu haben, ich hätte jetzt (sofort!) nachschauen können, ob ich auch drin bin. Man würde dazugehören. Sternzeichenbücher, Kalender, Magazine (ich muss also auch nicht nach ASTROLOGIE HEUTE suchen), Ephemeriden und Ähnliches wurden selbstredend ausgeschlossen.
 
Das Buch enthält über 6000 Einträge sowie ein Autoren- und ein Stichwortverzeichnis. Diese sind nun sehr hilfreich für jedwede Forschung. Der Verlag hat das Werk nur in kleiner Auflage gedruckt, da es sicher nicht alle Astrologiefreunde gebrauchen können, aber die, die es brauchen, werden es hüten wie einen Schatz und froh sein, mit ihm einiges von der Jungfrau-Energie ihres Lebens einsparen zu können.
 
–bzi


Schwierigkeit des Führerseins

 
Wim G. J. Kok
Chiron. Der Ausschlusszwang

Neue Sichtweisen der Wirkung
 
Pb; 240 S., Euro 24,90 / sFr. 36.90
Hum Verlag, CH-Rütihof-Baden 2005

   
Chiron zu verstehen ist eine grosse Herausforderung. Chiron zu beschreiben und seine Wirkungsweise im Horoskop zu deuten, ist eine grosse Aufgabe. Mit viel Detailarbeit und erlebter Erfahrungen in Sachen Chiron hat sich Wim G. J. Kok zu diesem umfassenden Kleinplaneten geäussert: Chiron – Der Ausschlusszwang. Seine Forschungen gehen von den astronomischen Eigenschaften und Parallelen aus. In den Vordergrund stellt er Chirons Exzentrizität und die Analogien mit dem Mythos des Zentauren. Ein für uns ziemlich unverständliches Wort: «Ausschlusszwang» wird begreifbar und erfahrbar. Die Schwierigkeit des Führerseins, besonders wenn eine zur Befriedigung des Egos nötige Krone erforderlich ist. Heute kann eine solche Krone ein Titel oder das Ansehen sein. Diese Krone kann eine sofortige Absonderung und Ausschluss aus der Gemeinschaft nach sich ziehen. Die Angst vor dem Verlust des Erworbenen wird so gross, dass es ein fortdauerndes Leiden mit sich zieht.
 
Kok beschreibt Chiron in den zwölf Häusern und zeigt hier lediglich die Art des Ausschlusszwanges auf. Die erwarteten Lösungsvorschläge bleiben hier noch aus. Die Ausführungen dienen der reinen Erkenntnis. In der Beschreibung Chirons in den Zeichen beschreibt der Autor den grossen Schmerz und die Wunde und den damit zusammenhängenden Ausschlusszwang und zeigt Lösungsvorschläge im Realen und vor allem auch konkrete Lösungswege im Bewusstsein. Er zeigt Wege zum wirklichen Wachstum, und das macht das Buch und seine Art zu schreiben so lesenswert und wertvoll. Viele Beispielhoroskope ergänzen seine Ausführungen und zeigen, dass seine Forschungen fundiert sind. Die Beispielhoroskope stammen von bekannten Persönlichkeiten und Ereignissen, so ist dieses Buch auch für Anfänger der Astrologie leicht verständlich. Sich wiederholende Geschehnisse werden erkannt, und so sind neue Richtungen in der Beschreitung des Lebensweges möglich.
 
–Lydia Wentzel


Lebendiger, bunter und lustiger

 
Brigitte Hamann
Das innere Kind im Horoskop

Die Entwicklung des Wesenskerns aus astrologischer Sicht
 

geb., 212 S., Euro-D 22,00 / Euro-A 22,70 / sFr. 38.60
Chiron Verlag, D-Tübingen 2006

   
Das innere Kind. Ein intuitives Thema, das erlebtes Erdenleben wieder in das Bewusstsein ruft und den Verstand in Kontakt mit dem innersten Wesenskern bringt. Wer jemals seinem inneren Kind begegnet ist, der ist überrascht, dass das, was sich dort zeigt, ein Teil der eigenen Persönlichkeit ist. Wenn man diesem inneren Kind Aufmerksamkeit schenkt, dann lebt es in uns. Es ist zu Anfang scheu und möchte nicht erkannt sein, doch wenn es sich zeigt und man ihm mehr Raum gibt, wird sich das Leben lebendiger, bunter und lustiger gestalten. Über Meditationen, Energiearbeit oder Focusing ist mir das innere Kind schon mehrfach begegnet.
 
Brigitte Hamann hat Das innere Kind im Horoskop erforscht und gibt tolle Hilfestellungen und Anregungen, sich auf die spannende Begegnung mit ihm einzulassen. Wie wir es von Brigitte Hamann gewohnt sind, ist das Thema gut strukturiert und das Buch sachlich gegliedert. Sie geht in den zwölf Erlebensformen des inneren Kindes auf verschiedene Fragestellungen ein. Diese Fragen geben einen tiefen und empfindsamen Blick in das Mond-Thema und sind in der Formulierung sehr hilfreich, die inneren Bilder und das innere Kind erlebbar und spürbar zu machen. Ich bin beeindruckt, wie zart und leicht Brigitte Hamann die Sprache nutzt, um innere Lebens- und Erlebensräume betreten zu können.
Neben dem inneren Kind ist der innere Erwachsene und seine zwölf Erlebensformen ein weiteres Thema dieses Buches. Die Position des Saturn und der Blick auf den MC geben Informationen über den lieblosen inneren Erwachsenen und den liebevollen inneren Erwachsenen. Ein durchweg gelungenes Buch, welches nicht nur die eigenen inneren Persönlichkeiten auf ihrer Bühne des meist verdunkelten Zustandes ins rechte Licht rückt, sondern auch Hilfestellung bietet, unverstandene und nicht sichtbare innere Anteile von Personen aus den täglichen Kontakten ins Bewusstsein zu holen.
 
   –Lydia Wentzel


Licht ins Dunkel

 
Bernd A. Mertz
Astro-Medizin in psychosomatischer Sicht 
Das Horoskop als Schlüssel zur Gesundheit
 
geb., 232 S., zahlr. Abb., Euro-D 24,90 / Euro-A 25,60 / sFr. 43.70
Chiron Verlag, D-Tübingen 2005

   

Viele Patienten erkennen, dass die Schulmedizin oftmals an ihre Grenzen stösst. Hier ist der Patient gefragt, sich über die Hintergründe und die grösseren Zusammenhänge seiner Erkrankung selber klar zu werden. Doch was kann dem Fragenden eine sinnvolle und hilfreiche Antwort bieten? – Die Astrologie kann hier einiges Licht ins Dunkel bringen. Einer ihrer führenden Vertreter war Bernd A. Mertz (1924–1996). Auf übersichtliche und verständliche Weise ist sein Wissen im Buch Astro-Medizin in psychosomatischer Sicht zusammengefasst. Die Zuordnungen der Tierkreiszeichen zum Körper geben ein erstes Verstehen von Zusammenhängen. Die Planeten spielen ebenfalls eine grosse Rolle bei der Betrachtung von Krankheiten; so widmet Mertz ihnen einen Teil seiner Ausführungen. Neben der Betrachtung der Aspekte ist auch ein geschulter Blick auf die Häuser wichtig. Die Entwicklungs- und Lebensphasen im Horoskop runden die psychosomatischen Themen dieses Buches ab, wobei Progressionen, Sonnenbogen, Solar und Transite dazu dienen können, einen astrologischen Blick auf zukünftige Entwicklung zu werfen.
 
Natürlich ist die Interpretation eines Horoskops in psychosomatischer Sicht nicht einfach, aber durch die sehr gute Strukturierung dieses Buches, die klare und pragmatische Ausdrucksweise kann der astrologisch Interessierte schnell Zusammenhänge erfassen und erkennen. Bernd A. Mertz hat zum Verständnis der Astro-Medizin viel beigetragen, und das macht dieses Buch empfehlenswert.
 
–Lydia Wentzel


Entwicklungsstand der Seele

 
Gottfried Briemle
Die Horoskopzahl

Spirituelle und evolutive Dimensionen im menschlichen Geburtsbild
 
Pb., 60 Abb., 228 S., Euro 19,90 / sFr. 34.90
Nora Verlag, D-Berlin 2006

   
Wie man es von einem skorpionbetonten Menschen erwarten kann, widmet sich Gottfried Briemle in seinem Buch Die Horoskopzahl seinem Thema auf tiefgründige Weise. Die Horoskopzahl soll den Menschen im Spannungsfeld zwischen materieller und spiritueller Ausrichtung in seiner geistigen Grundhaltung erfassen. Die Horoskopzahl hat Dr. Briemle aus seiner eigenen Forschungsarbeit erarbeitet. Diese Horoskopzahl soll den Entwicklungsstand der Seele zu Beginn der aktuellen Inkarnation markieren. Anhand der Ausführungen und ausführlichen Erklärungen ist die eigene Horoskopzahl leicht zu ermitteln. Statistische Auswertung und die Deutung der Horoskopzahl bieten Hinweise zum Verständnis.
 
Um seine umfangreichen Forschungen nachvollziehen zu können, ist der die Anthroposophie und Religionen reflektierende Vorspann notwendig. Dieser Teil enthält eine Fülle an theologischen und astrologischen Zitaten, die zu einer nicht enden wollenden Perlenkette aufgezogen sind. Sortiert und strukturiert finden sich hier bekannte und weniger bekannte Textstellen aus Religion und Astrologie.
Quasi als Nebenprodukt beschreibt der Autor «Potentielle Zeiten, in denen der Mensch die Inkarnation beenden darf oder muss». Briemle geht sogar so weit, dass er seine eigenen möglichen Todeszeiträume, in denen er sterben könnte, in tabellarischer Form veröffentlicht. In seinem ausführlichen Nachwort klärt der Autor die Frage nach der Wahrheit aus seiner Sicht.
 
–Lydia Wentzel


Spielerische Brücken

 
Hermine-Marie Zehl / Rita Mühlbauer
Astro-Tarot

Richtig entscheiden in allen Lebenslagen und sich selbst finden
 
kt., 144 S., fg., mit 78 Karten, Euro-D 19,95 / Euro-A 20,60 / sFr. 35.00
Südwest Verlag, D-München 2005

   
Am Anfang jeder Erkenntnis war das Bild: Der Mensch blickte hinaus in die Natur, in den Himmel oder in sich selbst und versuchte, irgendwelche Hinweise für sein ansonsten unsicheres Dasein zu bekommen. Das mag ein Grund sein für die in letzter Zeit zunehmende Beliebtheit der Astro-Tarot-Bücher. Im Südwest Verlag erschien jetzt das Buch Astro-Tarot, das die Astrologin Hermine-Marie Zehl und die Illustratorin Rita Mühlbauer über mehrere Jahre entwickelt haben. Die ersten zwölf Karten sind den zwölf Tierkreiszeichen und ihren Herrschern zugeordnet, die folgenden 66 umfassen sämtliche gemischten Konstellationen von Mars/ Venus bis Uranus/Neptun.
 
Der Textautorin Hermine-Marie Zehl ist es gelungen, die Bedeutungen der astrologischen Konstellationen einerseits differenziert, andererseits klar verständlich zu vermitteln. In Anlehnung an die psycho-astrologische Schule von Hermann Meyer beschreibt sie jede Konstellation in der gehemmten, kompensatorischen und erwachsenen Frequenz. Jede der 78 Karten bekommt neben einer ausführlichen Erläuterung eine spezielle Deutung innerhalb der Position des 4-Karten-Legeschemas, das in der Einleitung vorgestellt wird. So griffig das Legeschema ist – nach mehreren Durchläufen habe ich mitunter folgendes Problem festgestellt: Hermine-Marie Zehl interpretiert die erste Karte automatisch im defizitären Stadium. Das kann, muss aber bei weitem nicht immer so sein! Hier wäre der Hinweis für astrologieungeübte Leser nützlich, dass die Ausgangssituation auch durchaus einer erfreulicheren Frequenz entsprechen kann.
 
Davon abgesehen, ist das Buch für Anfänger wie Fortgeschrittene im Astro-und Tarotbereich geeignet. Die intelligent und sinnlich gestalteten Karten kann man bestens in Beratungen einsetzen.
 
Liebhaber von Kunst und Malerei kommen überdies auf ihre Kosten, hat doch Rita Mühlbauer «nicht nur traditionelle astrologische Symbole … aufgegriffen, sondern ganze Bildzitate aus bekannten Werken der europäischen und aussereuropäischen Kunstgeschichte direkt oder abgewandelt übernommen». Man kennt die Bilder und kennt sie dann doch wieder nicht, wird dadurch selbst dazu angeregt, sich über die astrologische Konstellation und das Bild eigene Gedanken zu machen. Rita Mühlbauer nennt im Buch die Quelle ihrer Inspirationen und spricht damit eine gelungene Saturn/Uranus-Einladung aus: Alte Werke der Malerei nicht nur als alt und verstaubt, sondern als gleichermassen wichtige wie spielerische Brücken zum hier und jetzt zu erfassen.
 
–Karin Hepperle


Archetypische Ausdrucksweisen

 
Bil Tierney
Dynamik der Aspektanalyse 
 
geb., 358 S., Euro-D 24,90 / Euro-A 25,60 / sFr. 43.70
Chiron Verlag, D-Tübingen 2006

   

Der Autor, Bil Tierney, geht in Dynamik der Aspektanalyse von der These aus, dass wie allen lebendigen Systemen auch der Astrologie ein einziger gleichsam astro-genetischer Code, ein einziges, allumfassendes kreatives Potenzial zugrunde liegt. Dieses Potenzial findet in allen Zellen des Gesamtorganismus (Planeten, Zeichen, Häuser usw.) seinen jeweils eigenen energetischen Ausdruck. Dies jedoch nicht im Sinne einer jeweiligen Stärke oder Schwäche, sondern in einem jeweiligen Anders-Sein. Nach Tierney verbergen beziehungsweise offenbaren sich in den Aspekten besondere archetypische Ausdrucksweisen ganz grundlegender kreativer Lebensprinzipien. Wie im Kleinen, so im Grossen.
 
Aus diesen ebenso einfachen wie astro-logischen und am Ergebnis gemessen überzeugenden Annahmen leitet er die Dynamik seiner Aspektanalyse dahingehend ab, dass er alle Aspekte mit dem 0-Grad-Widder-Punkt in Verbindung bringt, dort abträgt und sie mit den Ausdrucksweisen der jeweils so gefundenen Tierkreiszeichen und deren Herrscher assoziiert. Demnach entsprechen dann beispielsweise das Sextil den energetischen Frequenzen Zwillinge-Merkur und Wassermann-Uranus, das Quadrat den energetischen Frequenzen Krebs-Mond und Steinbock-Saturn.
 
Hinzu kommen zwei weitere Differenzierungen, die jeden Aspektausdruck zusätzlich verfeinern. Einmal dadurch, dass jedes Zeichen nochmals in zwölf Sektoren zu jeweils 2,5 Grad und die einzelnen Zeichen in drei Dekanate gegliedert werden. Was auf den ersten Blick vielleicht verwirrend erscheint, entfaltet sich jedoch zu einem sich gleichsam von innen heraus generierenden Bezugssystem, aus dem der Autor sowohl für alle Aspekte als auch für rückläufige oder unaspektierte Planeten äusserst differenzierte Analysen ableitet. Mit grosser Entschiedenheit räumt er auch mit der ja bei manchen Astrologen immer noch gängigen Einteilung der Aspekte in gute oder schlechte Aspekte auf. Die Art und Weise, wie er beispielsweise die guten Seiten des gefürchteten Quadrates oder einer Opposition oder die schlechten Seiten der allseits geliebten Trigone herausarbeitet, sollte nicht nur zur Pflichtlektüre eines jeden Astrologen gehören, sondern auch in konsequenter Nachahmung zum Wohle der Klienten in allen Beratungen Eingang finden. Hier wird nicht schwarz-weiss gemalt, sondern in einer aufgeklärten, unserem heutigen Bewusstsein entsprechenden Art und Weise zu einem kritisch-kreativen Umgang mit den Aspekten aufgefordert. Dieses Buch steht in einer Reihe mit dem Besten, was bisher beispielsweise von Oskar Adler und Dane Rudhyar an differenzierten Betrachtungen zu den Aspekten vorgelegt wurde.
 
–Peter Schlapp


Tod ohne Schrecken

 
Norbert Giesow
Astrologie & der Tod

 
Pb., 176 S., Euro 19,90 / sFr. 34,90; D-Tübingen 2005
nur erhältlich bei: www.astronova.de

   
Zugegeben, neu ist das Thema Astrologie und Tod nicht, aber die Darstellung von Norbert Giesow in Astrologie & der Tod verdient es, besonders hervorgehoben zu werden. Der Autor nähert sich dem Thema nicht anhand der vertrauten astrologischen Symbolik an (wie Skorpion, Pluto, Saturn und achtes Haus). Er wirft zunächst grundsätzliche Fragen nach Polarität, Raum und Zeit, Tod und Sterben auf, wobei er einen weiten Bogen spannt von der antiken Mythologie und anthroposophischem Gedankengut bis hin zum Buddhismus. Ein solcher Rundumschlag birgt immer das Risiko, ins Oberflächliche und Banale abzugleiten, doch dem widersteht der Autor. Niemand wird erwarten, dass Giesow auf etwa 50 Seiten die Existenz mit ihren Polen von Geburt und Tod allgemeingültig erklärt, doch die Fragen, die er stellt und die Gedanken, die er teilt, machen deutlich, dass er sich mit dem Thema intensiv befasst hat, und sie geben viele Anstösse, es ihm gleichzutun.
 
Nach knapp einem Drittel des Buches wendet sich der Autor der Astrologie zu, wobei er dann die vertrauten Symbole aufgreift. Er beginnt mit Skorpion, den er kurz für alle zwölf Häuser deutet, darauf folgt das achte Haus, das er ebenfalls durch alle Zeichen dekliniert. Diese Darstellung enthält für Astrologen wenig Neues; hier wäre etwas mehr Tiefgang denkbar. Interessanter ist die darauf folgende Einordnung von Mars und Saturn in das Thema Tod. Dass am Ende Pluto den grössten Raum einnimmt, versteht sich von allein, und dabei geht Giesow mehr in die Tiefe als bei der Darstellung von Skorpion und achtes Haus. Zum Schluss wird das Geburtsbild von drei bekannten Persönlichkeiten – Osho, Willy Brandt und Gandhi – mit dem Horoskop ihres Todeszeitpunkts in Beziehung gesetzt. Auch das eine Anregung, auf diese Art selbst zu forschen, etwa bei den eigenen Ahnen.
 
Insgesamt geht es Giesow nicht nur darum, das Phänomen des Todes seiner Leserschaft vertrauter zu machen, sondern ihm auch den Schrecken zu nehmen. Tod gibt es nur in unserer Vorstellung von Raum und Zeit. Das Buch hilft, dieses Konzept zu durchblicken und den Prozess des Sterbens in das Leben zu integrieren – gelassen und lustvoll.
Ein Kritikpunkt sei nicht verschwiegen: Die Neigung des Autors, von sich selbst immer in der ersten Person Plural zu schreiben, klingt für «uns» befremdend und altbacken.
 
–Klemens Ludwig


Anlagemöglichkeiten

 
Annemarie Zimmermann
Börsenerfolg als astrologisches Schicksal

Wie Ihr Sternzeichen Ihren Anlageerfolg beeinflusst
 
geb., 112 S., Euro-D 14,95 / Euro-A 15,40 / sFr. 26.90
TM Börsenverlag, D-Rosenheim
1999

   
Zurzeit wird wieder diskutiert, ob der Zenit am Aktienmarkt schon erreicht ist, oder ob noch «Luft nach oben» drin ist. Während die Börsenexperten schon wieder eine Kursrallye versprechen, steht der Anleger vor der grossen Frage, was die für ihn richtige Anlageentscheidung ist. Nicht selten sind Anleger Opfer der Verkaufsempfehlungen ihrer Bankberater, denn diese stehen unter immer grösser werdendem Verkaufsdruck und schauen bei der Beratung von Anlageoptionen gerne auf Gewinnmargen im eigenen Haus.
 
Nun steht die Kundenorientierung in der Anlageberatung an erster Stelle und das Geschäft als oberstes Gebot. Doch wie kann man die Vielfalt der Kunden gut strukturieren und in Anlagebedürfnisgruppen unterteilen, sodass neben hohen Gewinnmargen auch eine möglichst optimale und bedarfsgerechte Kundenzentrierung stattfinden kann. Normalerweise wird der Kunde nach Alter, Familienstand, Bildungsstand und Berufsstand klassifiziert. Gibt es noch weitere Kriterien, die eine Anlegerschar unterteilen und genau abbilden lassen?
 
Annemarie Zimmermann
hat in ihrem Buch Börsenerfolg als astrologisches Schicksal einen Versuch von möglicher Unterteilung vorgenommen. Sie beschreibt jedes Sternzeichen und die jeweiligen Vorlieben in der Anlageentscheidung und in der Risikofrage. So ist es recht spannend, seine eigene astro-ökonomische Persönlichkeit zu entdecken. In den USA spielt dieses Konzept schon eine Rolle bei einigen Investment-Profis. Neugierig war ich schon, über mein Sternzeichen eine börsen-astrologische Anlagestruktur zu erfahren. Ich muss aber feststellen, dass es nicht genügt, nur auf sein Sternzeichen hin einen Bezug zu seinem Depot herstellen zu wollen. Dieses Buch hat mir gezeigt, wie andere Sternzeichen ihr Geld anlegen und auf welche Komponenten sie bei der Anlage Wert legen. Das inspiriert mich, nun auch Transite in meine Betrachtung mit einzubeziehen und zukünftig auf ein grösseres Potenzial von Anlagemöglichkeiten zurückzugreifen. Sollte es sich positiv auswirken, so ist die Rendite des Buches von Annemarie Zimmermann grösser als ich es heute beurteilen kann.
 
–Lydia Wentzel


Oftmals das Lieblingsmärchen

 
Ilona Picha-Höberth
Wer küsst Rapunzels Schuh? 
Märchen als Lebensskript im Horoskop
 
Pb., 174 S., 12 Abb., Euro 13,80 / sFr. 24.90
Creasto Verlag, D-Wasserburg 2005

   

Einen interessanten neuen Zugang zur astrologischen Beratung erläutert die Astrologin Ilona Picha-Höberth in ihrem Buch Wer küsst Rapunzels Schuh? Sie beschreibt anhand von sechs astrologischen Fallbeispielen, die sie in Beziehung setzt zu jeweils einem Märchen, wie wir alle oftmals unbewusst in unseren Verhaltens- und Handlungsweisen von Märchen, die wir in unserer Kindheit gehört haben, auch im späteren Leben beeinflusst werden.
 
In einfacher Klarheit und mit wacher astrologischer Beobachtungsfähigkeit werden die Lebensläufe von sechs Klienten ihrer astrologischen Beratungspraxis geschildert und zugleich der deckungsgleiche Zusammenhang der Radix zu jeweils einem Märchen des Horoskopeigners, welches sogar oftmals das Lieblingsmärchen des Klienten war, augenscheinlich analysiert. Dieser Zugang ermöglicht es dem astrologischen Berater, sich sensibel der Psyche des Klienten anzunähern, und erleichtert auch dem Klienten seine immer wiederkehrenden Verhaltensmuster aus einer anderen Perspektive zu betrachten, wodurch oftmals leichter eine Lösung und Befreiung aus seinen Verstrickungen möglich wird.
 
Aus astrologischer Sicht ist immer wieder interessant zu beobachten, wie klar die jeweiligen Konstellationen einer Radix analog zu dem jeweils prägenden Märchen des Klienten stehen und wie sehr sein Leben im Grunde der Geschichte des Märchens gleicht, sobald man dieses Märchen mit Hilfe der astrologischen Symbolsprache übersetzt. Somit stellt dieses Buch in praxisnaher Weise einen neuen Ansatz zur astrologischen Beratungspraxis dar, den ich persönlich als eine Bereicherung empfinde, da ich nach der Lektüre sofort erkannt habe, dass auch mein Leben von dem Märchen geprägt ist, welches mich in meiner Kindheit magisch angezogen hat und sich dieses Märchen auch in meiner Radix widerspiegelt.
 
Die Lebensnähe, die durch die persönlichen Lebensgeschichten der Klienten entsteht, gibt dem Buch eine ganz besondere Qualität, weil man sich schlussendlich teilweise selbst in der einen oder anderen Geschichte erkennt. Da Ilona Picha-Höberth auch noch aus psychologischer Sicht klare Lösungsansätze aufzeigt und die astrologischen Zusammenhänge immer wieder erklärt werden, ist dieses Buch auch für Einsteiger sehr gut geeignet, um zu lernen, wie sich die einzelnen astrologischen Konstellationen im Leben verwirklichen können und welche Lösungen sich anbieten, um sie in erlöster Form zu leben.
 
–Frank Felber