|
Saturn / Pluto – Opposition: Widerstand gegen den globalen Kapitalismus Spürbar wirft die Saturn/Pluto-Opposition, die am 5. August 2001 zum
ersten Mal genau wird, ihre Schatten voraus. Bekanntlich handelt es sich
bei einem solchen Aspekt nicht um Nebensächlichkeiten, sondern um
zentrale Fragen und um Schwachstellen eines Systems, welches überholt
werden muss. Man kommt nicht mit kosmetischen Eingriffen weg, sondern muss
eine Generalrevision bisheriger Vorstellungen und Sicherheiten vornehmen.
Es geht bei einer Saturn/Pluto-Opposition immer um die Infragestellung
vorhandener Machtstrukturen, wobei jede Seite dazu neigt, die Gegenseite
zu verteufeln. Jeder wirft dem andern mafioses, erpresserisches oder
manipulatives Verhalten vor, und beide Seiten mögen bis zu einem gewissen
Punkt recht haben. Bestehen starke Machtgefälle, so neigen zu solchen
Zeiten die Mächtigen dazu, noch unverhohlener als sonst ihre Macht zu
demonstrieren, was die Gegenseite dazu veranlasst, noch kämpferischer und
kompromissloser aufzutreten. Es wird mit harten Bandagen gekämpft, und
mit einer Opposition auf der Achse Zwillinge-Schütze spielen
Globalisierung, Welthandel und Medien dabei eine grosse Rolle. Die
Vorkommnisse des letzten Wochenendes in Genua sind dafür eine treffende
Illustration. Aufgrund zyklischer Ueberlegungen kommen wir zum Schluss, dass sich mit der Saturn/Pluto-Opposition, welche die nächsten anderthalb Jahre beherrschen dürfte (der Aspekt findet noch im Frühjahr 2003 auf 2-3 Grad genau statt), ein Zyklus, der 1982 mit der Konjunktion begonnen hat, in eine kritische Umkehrphase gerät. Dies dürfte bedeuten, dass Anschauungen, Werte und Konzepte, die mit der Konjunktion gemäss der damaligen Zeichenstellung von Saturn und Pluto hochgehalten wurden, zur Zeit der Opposition gemäss der Zeichenachse, auf welcher diese stattfindet, eine Herausforderung und Infragestellung erfahren. Dies hat in der Vergangenheit regelmässig stattgefunden, ein Zusammenhang, den wir im Artikel "Saturn/Pluto-Opposition: Wenn alles anders wird" in AH Nr. 90 (April/Mai 2001) im Detail beleuchtet haben. Konkret heisst dies, dass ein Zyklus, der aufgrund des Waagezeichens, in welchem die Konjunktion stattfand, mit Beziehungen, Diplomatie, Wohlstand, Reichtum, Luxus und hedonistischen Werten im Zusammenhang steht, nun in Frage gestellt wird. Damit sind Werte der Yuppie-Kultur betroffen, die in der ersten Hälfte der achtziger Jahre aufkamen und welche sich mit dem Wunsch nach Bereicherung an der Börse, sowie nach äusseren Attributen von Wohlstand, dies alles verbunden mit der Ueberbetonung von Markenartikeln, bis heute erhalten haben. Die Waage hat es gerne schön und angenehm, sie legt Wert auf Wohlstand, liebt Luxus und überflüssige Aeusserlichkeiten. Durch die Pflege guter Beziehungen kann man sich im engen Kreis von Privilegierten gegenseitig Vorteile zuschanzen. Diese Merkmale des Saturn/Pluto-Zyklus von 1982 – 2020 werden nun unter der Opposition auf verschiedene Art in Frage gestellt: So hätten sich die G8-Gipfelteilnehmer gerne über die Wirtschaft unterhalten und darüber, wie man der sich anbahnenden Krise und Rezession ein Ende bereiten kann. Sie kamen kaum dazu und wurden stattdessen aufgefordert, sich mit AIDS in der Welt und speziell in den armen Ländern (eine tödliche Krankheit, die mit Beziehungen, aber auch mit Armut in Verbindung steht), mit Umschuldungsfragen (Schuldenerlass für arme Länder) und mit der Durchführbarkeit späterer G8-Gipfel zu beschäftigen. Die Auseinandersetzung mit dem aktiven oder passiven Widerstand breiter Volksschichten gegen solche Treffen privilegierter Länder absorbierte so viel von der vorhandenen Aufmerksamkeit, dass die beabsichtigte Arbeit nicht im gewünschten Umfang und sicher nicht in der dafür notwendigen Atmosphäre getan werden konnte. Statt über Schütze-hafte, längerfristige, strategische Pläne musste man sich im Hinblick auf das Medienecho zu Hause mit Zwillinge-mässigen Alltagsfragen herumschlagen.
Der Widerstand gegen den im Waagezeichen gewünschten Wohlstand läuft
im Zusammenhang mit der Zeichenachse, auf welcher die
Saturn/Pluto-Opposition stattfindet, über verschiedene Themen ab: Der Saturn/Pluto-Zyklus von 1914/15 – 47 1914/15: Saturn Konjunktion Pluto im Krebszeichen Diese Konjunktion fällt zusammen mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges. Gemäss dem Krebszeichen dreht sich um die Zeit der ersten Saturn/Pluto-Konjunktion des letzten Jahrhunderts alles um Nationalismus und Ehre. Ein überholtes, aus dem 19. Jahrhundert ererbtes System von Kaiserreichen führt bald (noch vor Ende des Ersten Weltkrieges) zu deren Auflösung. Das Resultat sind gewaltige Grenzverschiebungen, aber auch eine Frustration, die den Nährboden für den nächsten Weltkrieg legen wird. 1931: Saturn Opposition Pluto auf der Krebs/Steinbock-Achse Diese Periode, die von Ende 1929 bis 1932 reicht, bringt den Zusammenbruch der bisherigen Weltwirtschaft und den Aufstieg des Faschismus in Europa. Immer mehr Staaten und Volkswirtschaften waren dazu übergegangen, sich abzuriegeln, um einen nationalen Egoismus und Protektionismus zu betreiben. Damit kommt es auf der Krebs/Steinbock-Achse zur zweiten Auflage paternalistischer Systeme mit Diktatoren (Deutschland und Russland) statt Kaisern. In der Folge brechen bisherige gesellschaftliche Modelle und familiäre Strukturen zusammen. Dies ist aber auch die Zeit der Befreiung vieler Frauen von der Bindung an Heim und Herd. Der Zweite Weltkrieg mit den Männern an der Front und den Frauen, die viele ihrer Aufgaben übernehmen, schafft hinsichtlich Geschlechterrollen neue Situationen, die nicht mehr umkehrbar sind. Zwischen Konjunktion und Opposition gehen Wirtschafte und Börse schwungvoll hoch. 1929 – 32 kommt es zum Zusammenbruch. Zur Zeit dieser Saturn/Pluto-Opposition gehen die Menschen auf die Strasse, um gegen Armut und soziale Ungerechtigkeit zu protestieren. Der Saturn/Pluto-Zyklus von 1947 – 82 1947: Saturn/Pluto-Konjunktion in Löwe Gemäss dem Löwezeichen geht es in diesem Zyklus um Freiheit für die bisher Unterdrückten und Kolonisierten, sowie um Fortschritt und Selbstverwirklichung für jene, die schon in einer Demokratie leben. Parallel damit kommt es zu einem in dieser Form bisher nicht beobachteten Jugend- und Freizeitkult. Während Indien und Pakistan bereits um die Saturn/Pluto-Konjunktion in die Freiheit entlassen werden, kommt es bis Mitte der sechziger Jahre zur Auflösung der meisten Kolonien, was im Löwe-Land Frankreich zu nicht weniger als zwei blutigen Kolonialkriegen führt (Indochina und Algerien). Der Marshall-Plan hilft Deutschland wieder auf die Beine, und der Ausdruck "Wunderkinder" drückt sehr schön die Hoffnungen aus, die in einer Saturn/Pluto-Konjunktion in Löwe stecken. Das neue Lebensgefühl kommt in den USA über Rock’n’Roll, Elvis Presley und die überdimensionierten Autos mit viel Chrom und ausladenden Formen zum Ausdruck. Ab der Konjunktion nimmt die Börse einen Aufschwung, der bis zur Opposition dauern wird. 1965/66: Saturn/Pluto-Opposition auf der Jungfrau/Fische-Achse Zu dieser Zeit wird jene Macht in Frage gestellt, die die
Nachkriegszeit seit der letzten Saturn/Pluto-Konjunktion beherrscht hat.
Es bricht der Vietnamkrieg aus und Kritik wird laut. Die Krise Amerikas
kommt auch über Rassenkrawalle zum Ausdruck, welche die schlimmsten und
blutigsten der amerikanischen Geschichte sind. In den USA entsteht ein
Generationenkonflikt zwischen den seit Kriegsende geborenen "Babyboomers"
und jenen, die den Zweiten Weltkrieg ausgetragen haben. Aehnliches findet
in Europa mit den sogenannten Achtundsechtzigern statt. Im Bereich Musik
sind die Beatles für diese Zeit charakteristisch. Sie verkörpern ein
neues Lebensgefühl, welches nicht Löwe-geprägt ist wie der Rock’n’Roll,
sondern über viel Melodik und Romantik die Jungfrau/Fische-Achse zum
Ausdruck bringt. Die im Anschluss an die Opposition aufkommende
Hippiebewegung mit ihrer Kritik des konventionellen und bourgeoisen
Lebensweges kann als Gegenreaktion auf das verbreitete einseitige
Fortschrittsdenken, welches die Zeit bisher beherrschte, betrachtet
werden. Zum ersten Mal werden Grenzen des Wachstums sicht- und spürbar.
Dieses Mal gehen die Menschen auf die Strasse, um gegen den amerikanischen
Imperialismus (Parolen wie "Ho Chi Minh" und "Che
Guevara") und Rassismus (Rassenkrawalle) zu protestieren. Der Saturn/Pluto-Zyklus von 1982 – 2020 1982: Saturn Konjunktion Pluto in Waage Hedonismus, Yuppie-Kultur, ultraliberale Wirtschaftsmodelle von Ronald Reagan und Margaret Thatcher, zunehmende Profilierung der USA als alleinige Weltmacht und Abstieg der Sowjetunion (Details siehe oben). 2001/2002: Saturn Opposition Pluto auf der Zwillinge/Schütze-Achse Infragestellung der Globalisierung und von Handelsabkommen, die einen
Kreis von Privilegierten begünstigen, Krise von Transport- und
Kommunikationsunternehmen und Verluste von Kleinanlegern mit solchen
Aktien, umgekehrt Empörung über Abzockereien von Managern, die sich
selbst oder gegenseitig Boni und Abfindungen zuschanzen (z.B. Schweiz:
Kuoni und Swissair, Deutschland: privilegierte Piloten bei der Lufthansa),
Verabschiedung des Traumes vieler Kleinanleger, an der Börse reich zu
werden oder ihre Alterspension durch Aktienfonds zu vergolden.
-cw |