Astrologie Heute Nr. 239 (Februar 2026) - Editorial
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Astrologie Heute Nr. 239
Februar 2026

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 E  D  I  T  O  R  I  A  L 
 

Selten haben Finsternisse, wie jene vom 17. Februar und 3. März, schon gleich vom Anbeginn des neuen Jahres an, für Unruhe, Aufregung und schwer erklärbare Katastrophen gesorgt. Diese werden, als diese Zeilen am 22. Januar verfasst werden, zusätzlich von der heftigsten Krise der bisherigen atlantischen Allianz und der NATO im Zusammenhang mit der erklärten Absicht der Trump-Regierung, sich Grönland unter den Nagel zu reissen. Dabei erleben wir verschiedene Schattierungen des folgenden Themas: Die Verfinsterung des Lichts.

Sonnenfinsternisse bedeuten, wie der Name sagt, dass vorübergehend das Licht der Sonne und damit die Klarheit der Führung, ebenso wie ihrer Handlungen, abhandenkommt, womit Fehlentscheidungen stattfinden. Fanden solche Finsternisse früher um den Geburtstag des Königs oder des Landes statt, kamen Befürchtungen auf, dem König könnte etwas zustossen, sodass es zu einem Regierungswechsel kommt. Bei den Mondfinsternissen ging es hingegen eher um die Stimmung im Volk, die Gefahr lief, sich einzutrüben, während, auf Personen bezogen, der Königin eine schwierige Zeit bevorstehen konnte.

Seit wir in der Welt mit Donald Trump als Präsident der USA jemanden haben, der sich für den König des Universums hält, kann es uns nicht kalt lassen, dass die Sonnenfinsternis vom 17. Februar, die auf 29 Grad Wassermann im Quadrat zum Uranus auf 28 Grad Stier stattfindet, mit Trumps Mars auf 27 Grad Löwe ein explosives T-Quadrat bildet. Dies erklärt Trumps Unrast seit Anfang des Jahres (Finsternisse wirken bereits anderthalb Monate, bevor sie stattfinden). Hinzu kommt, dass die Sonnenfinsternis vom 17. Februar in Washington am Aszendenten steht, aber, für Brüssel aufgezeichnet, auf die ebenso bedeutsame Himmelsmitte (MC) zu liegen kommt. Dies macht Europa und die EU dafür anfällig, zum Empfänger von Trumps eigenwilligen und launischen Vorstössen zu werden (siehe Artikel zu den Finsternissen ab Seite 12).

Unterwirft man sich einem König, weil man sich davon etwas verspricht, oder aufgrund der Macht, die er verkörpert, wird man von seinen Entscheidungen abhängig. Im Falle eines aufgeklärten Herrschers, der sich aufrichtig als «Diener seines Volkes» einbringt, kann dies gut ausgehen. Handelt es sich jedoch um einen Tyrannen, der nur an sein eigenes Wohl denkt, muss man lernen, auf geeignete Art mit dieser misslichen Lage umzugehen. Hinweise dazu vermittelt Zeichen Nr. 36, «Die Verfinsterung des Lichts», des chinesischen Weisheits- und Orakelbuches I Ging. Dabei werden folgende Empfehlungen abgegeben:

In Zeiten der Verfinsterung des Lichts muss man innerlich Licht sein und nach aussen hin «nachgiebig und fügsam». Dazu muss man «unter Umständen sein Licht verbergen», um trotz Schwierigkeiten in der unmittelbaren Umgebung seinen Willen durchhalten zu können. Als Bild gilt: «So lebt der Edle mit der grossen Menge: Er verhüllt seinen Schein und bleibt doch hell.» Dies gilt insbesondere für jene, die am Hof des Tyrannen leben und ihren Platz nicht verlassen können.

Ist man jedoch frei und in der Lage, selbstbestimmt zu handeln, kann es ratsam sein, die Aussicht auf angebliche Vorteile auszuschlagen, wenn man dadurch seine eigene Freiheit verliert. Dies wissen die Ukrainer und das erklärt ihren beharrlichen Kampf auch unter schwierigsten Umständen. Ein bisschen von diesem Mut ist uns Europäern in der nächsten Zeit im Umgang mit dem amerikanischen Präsidenten zu wünschen.

Claude Weiss
Chefredaktor


Claude Weiss, beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Astrologie; Herausgeber der Zeitschrift ASTROLOGIE HEUTE; gründete 1978 die Astrodata AG, welche astrologische Textanalysen anbietet; Präsident des Schweizer Astrologenbundes (SAB) von 1987 bis 2018; gefragter Referent an internationalen Kongressen; Bücher: «Die 28 Mondphasen der Geburt», «Warum wir uns inkarnieren», «Horoskopanalyse» Bd. 1 & Bd. 2, «Karmische Horoskopanalyse», Bd. 1 & Bd. 2, Mitautor der Bücher «Pluto – Eros, Dämon und Transformation», «Die Lilith-Fibel», «Wendezeit 2010–2012», «Visionen einer neuen Zeit», E-Mail: Claude Weiss