Astrologie Heute Nr. 239 (Februar 2026)
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Astrologie Heute Nr. 239
Februar 2026

Inhaltsverzeichnis
Heft Nr. 239 bestellen
Orientierung in einer Zeit der Krise und des Neuanfangs
 
Bericht vom Vortragsabend «Wichtige Trends 2026»

von Trudy Baumann


Am 9. Januar lud Astrodata zum alljährlichen Online-Vortragsabend zur Zeitqualität des neuen Jahres ein. Alexandra Klinghammer führte als Moderatorin durch den gut besuchten Anlass und formulierte als Ziel, Orientierung zu geben in einer Zeit tiefgreifender Umbrüche. In der Tat bietet 2026 aussergewöhnliche Konstellationen, wie ihr kurzer Überblick aufzeigte: Die definitiven Zeichenwechsel von Neptun, Saturn und Uranus, die exakte Saturn/Neptun-Konjunktion Anfang Widder sowie die seltene Aspektfigur sämtlicher Langsamläufer. Auch Jupiter und Chiron wechseln im Lauf des Jahres ihre Zeichen. Diese Konstellationen wurden in Kurzvorträgen von vier namhaften Astrologinnen und Astrologen, die jeweils von der Moderatorin vorgestellt wurden, aus unterschiedlichen Blickwinkeln gedeutet. 

 
 

 Claude Weiss sprach über «Die grossen Umwälzungen des Jahres 2026 – Wie die definitiven Zeichenwechsel von Neptun, Saturn und Uranus unsere Welt verändern». Anhand aktueller Beispiele, wie der Brandkatastrophe von Crans-Montana, dem Angriff der USA auf Venezuela und dem Stromausfall in Berlin Anfang Jahr, fasste er das Gemeinsame der Zeitqualität dieser Ereignisse zusammen: Wir müssten mit Überraschungen, Kontrollverlust und Überforderung rechnen. Uranus bringe plötzliche Disruptionen, Saturn/Neptun habe mit Hilflosigkeit und Auflösung von Sicherheiten zu tun und Pluto bringe Überwältigung und Machtfragen mit sich. Am besten damit umgehen könne man, indem man Prioritäten setze und auf immaterielle Ressourcen zurückgreifen könne (soziale Beziehungen, einen tragenden Glauben). Anschliessend ordnete der Mundanastrologe die Zeitqualität historisch ein, indem er Pluto in Wassermann – mit Uranus als dessen Herrscher – mit dem späten 18. Jahrhundert verglich, als dieser letztmals in diesem Zeichen stand. Damals hätten tiefgreifende Umbrüche stattgefunden, die in der amerikanischen und der französischen Revolution gipfelten. Im Weiteren erwähnte Weiss den Saturn/Neptun-Zyklus, welcher mit dem Zerfall überholter staatlicher Strukturen, Umstürzen und Machtinterventionen verbunden sei. Mit einem noch viel grösseren Zyklus überraschte Weiss zum Schluss seiner spannenden Ausführungen: mit Neptun in Widder und Pluto in Wassermann. Dieser Zyklus wiederhole sich etwa alle 492 Jahre. Gemessen daran und übertragen auf die heutige Zeit, hätten wir es mit einer Krise des Glaubens, der Demokratie und des materialistischen Weltbildes zu tun. 

Mit ihrem Referat, «Auf dem Weg in die neue Welt: Zweifel, Krisen und Versagen – oder Hoffnung, Heilung und Vertrauen?», traf Verena Bachmann einen Nerv der aktuellen Zeit. Sie zeigte das Horoskop der verheerenden Brandkatastrophe vom 1. Januar in Crans-Montana, welches das Jupiter/Chiron-Quadrat auf den Hauptachsen (MC, DC) aufweist. Dieser Aspekt steht für Bachmann exemplarisch für die kollektive Erschütterung, mit welcher wir zu tun hätten, für den Schmerz und die Sinnfragen, die sich dabei stellten. Die grosse Ambivalenz Jupiters stand anschliessend im Zentrum ihres Vortrags. Neben den typischen Jupiter-Themen wie Wachstum, Sinn, Zuversicht und Fülle zeigen sich gemäss Bachmann zunehmend auch Jupiters Schattenseiten, wie Übermass, Ausbeutung, Selbstüberschätzung, Hochmut, Fanatismus und eben Sinnkrisen. In einer Zeit, in welcher es keine allgemein akzeptierte Wahrheit mehr gebe, gelte es, Jupiter neu zu verstehen: multipolar, tolerant und ethisch reflektiert. Jeder Mensch sei somit aufgefordert, seine eigene innere Wahrheit und moralische Orientierung zu entwickeln, ohne diese absolut zu setzen. Vertrauen werde dabei zu einem Schlüsselthema – Vertrauen in Gott, in eine innere Führung oder in einen übergeordneten Sinn. Mit Blick auf die kommende Jupiter/Pluto-Opposition im Sommer warnt die Astrologin diesbezüglich vor der «Macht des Glaubens» und charismatischen Führungsfiguren, die ihre persönliche Wahrheit zur allgemeinen erklären würden.

Jana Kubatzki aus Leipzig sprach in ihrem Vortrag, «Uranus Mastermind: Wohin mit dem menschlichen Geist, der Intelligenz beim Aufbruch mit KI», über die tiefgreifenden Veränderungen, die der Eintritt von Uranus in Zwillinge mit sich bringen dürfte. Mit ihrer These, die künstliche Intelligenz beende das menschliche Monopol in den Bereichen Logik und Denken und zwinge den Menschen, seine Position in der evolutionären Hierarchie neu zu definieren, wies sie auf eine bevorstehende «kopernikanische Wende des Geistes» hin. Mit historischen Beispielen untermauerte sie ihre These und zeigte auf, dass in den Bereichen Wissen, Macht, Wirtschaft und Narrative eine Neuordnung stattfinde, was der rasante Siegeszug der KI in den letzten zwei Jahren bereits gezeigt habe. Auf der positiven Seite dieser Revolution verbucht die Astrologin effizientere Lernsysteme (adaptive Bildung), Entlastung von Routinetätigkeiten und eine Neudefinition der Lehrerrolle hin zur Lernbegleitung. Gemäss Kubatzki muss sich der zukünftige Mensch zwischen zwei Richtungen neu verorten: Zwischen dem Transhumanismus, der den Menschen technisch aufrüsten und an die KI angleichen will (Stichwort: Longevity), und der «More-than-human»-Bewegung (MOTH), die eine Rückbesinnung auf Körperlichkeit, Sinnlichkeit, Emotion und Verbundenheit mit dem Lebendigen betont. Die Astrologin plädiert dabei für eine zwischen Logik und Instinkt vermittelnde menschliche Rolle, um auch in einer von KI geprägten Welt ein sinnvolles Leben gestalten zu können.

Der amerikanische Astrologe Ray Merriman referierte zum Schluss über «Die Weltordnung im Wandel unter dem Widder-Wirbel». Als «Widder-Wirbel» bezeichnet er die seltene Konjunktion von Saturn und Neptun auf 0 Grad Widder, dem sogenannten Weltpunkt. Diese Konstellation symbolisiert für ihn zugleich das Ende einer alten Ära und den Beginn einer neuen. Bestehende Strukturen würden zerfallen und neue Realitäten entstehen. Zentral ist für ihn dabei das Trigon zwischen Uranus und Pluto in den Anfangsgraden von Luftzeichen (mit Saturn/Neptun in der Halbsumme), was auf kreative Zerstörung hindeute. Daraus entstünden Innovationen, vor allem in den Bereichen künstliche Intelligenz, Lernmodelle und technologische Systeme, die Arbeitsprozesse effizienter machten, jedoch auch traditionelle Berufsfelder verdrängten. Die Zeit der Konjunktion von Saturn und Neptun in Widder wiederum charakterisiert Merriman als Phase grosser globaler Spannungen und Kriegen, mit einer anschliessenden längeren Friedenszeit. Wirtschaftlich deutet er den Saturn/Neptun-Zyklus als klassischen Auslöser von Finanzblasen und langfristigen Trendwenden. Für 2026 erwartet Merriman daher Allzeithochs in den Finanzmärkten, gefolgt von einem starken Rückgang, und er gab Tipps für den richtigen Umgang damit. Ray Merrimans Hinweis am Ende seines Vortrags betraf jedoch nicht die Börse, sondern richtete sich an Astrologen und deren Rolle in der gegenwärtigen Zeit: Sie sollten Führung anbieten in einer Welt, die nicht nur nach Informationen, sondern vor allem nach Einsicht, Verständnis und Weisheit suche. Dafür lieferte der diesjährige Astrodata-Vortragsabend ein besonders leuchtendes Beispiel. Die zahlreichen Dankesworte im Chat bezeugten dies eindrücklich. Kurz nach 22.00 Uhr beendeten Alexandra Klinghammer und Claude Weiss schliesslich den gelungenen Anlass mit Dankesworten an alle Beteiligten und wünschten ein gutes neues Jahr 2026.

Hinweis: Alle Vorträge sind als Video-Aufzeichnung hier erhältlich.


Trudy Baumann, Germanistik- und Anglistikstudium (lic. phil. I); dipl. Astrologin SFER, Ausbildungsleiterin Astrologie an der Schule für Erwachsene (SFER); Mitarbeiterin der Astrodata (E-Mail: Trudy Baumann)