Astrologie Heute Nr. 240 (April 2026) - Bücherschau
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Astrologie Heute Nr. 240
April 2026

Inhaltsverzeichnis
Heft Nr. 240 bestellen

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Astrologie als Weisheitslehre

Christoph Schubert-Weller:
Karma-Astrologie – Die spirituellen Aspekte der «Via Sacra»

Pb., 90 S., € 17,90; astronova, D-Tübingen 2025
Bestellbar über www.astronova.de

In seinem neusten Buch, Karma-Astrologie – Die spirituellen Aspekte der «Via Sacra», beleuchtet Christoph Schubert-Weller die Astrologie als eine Weisheitslehre, ein Werkzeug, das die eigene spirituelle Suche und Entwicklung unterstützen kann. Dabei geht er auf den ständigen Wandel im Leben und Sehnsucht als Antriebsmotor ein und nimmt die Lesenden in Siebenjahres-Schritten mit auf den Weg der «Via Sacra»: Er stellt die Bedeutung der Planeten, der kardinalen Achsen und Mondknoten, der Tierkreiszeichen und Häuser aus spiritueller Sicht vor und erstellt am Horoskop von Wolfgang Amadeus Mozart eine umfassende karmische Analyse. 

Besonders beeindruckend ist das Kapitel «Astrologie und Goldener Schnitt», in dem der Autor aufzeigt, inwiefern das Horoskop auch Auskunft über die spirituellen Themen, die Zugänge dazu und die karmischen Aufgaben eines jeden Menschen gibt. Dabei spielen die Wasserhäuser 4, 8 und 12 sowie vier Aspekte eine bedeutende Rolle: das Anderthalbquadrat, der Goldene Winkel, das Biquintil und das Quinkunx. Der Autor legt die beiden Möglichkeiten dar, mit denen das Horoskop mit Blick auf den Goldenen Schnitt zu betrachten ist. Das veranschaulicht er an Goethes Horoskop mit einer konkreten Deutung, aus der klar hervorgeht, dass Goldener Schnitt und Goldener Winkel die herkömmliche Horoskopdeutung tiefgründig ergänzen können.

Mit diesem aussergewöhnlichen Werk ist es Christoph Schubert-Weller gelungen, die universellen Zusammenhänge aus karmischer Sicht gut nachvollziehbar darzulegen und die Astrologie aus einer spirituellen Perspektive zu vermitteln.

Beatrix Braukmüller
 
   

     

Einführung in die klassische Astrologie

Robert Zoller:
Astrologie im Mittelalter

Pb., 132 S., 6 Abb., € 24,– / sFr. 29.20; Chiron-Verlag, D-Tübingen 2025
Bestellbar über www.astronova.de

Der bekannte Astrologe Robert Zoller, der an dem Projekt Hindsight mitgearbeitet hat, legt mit dem Buch Astrologie im Mittelalter einen fundierten Grundkurs in klassischer Astrologie vor. Das Projekt Hindsight hatte es sich zur Aufgabe gemacht, klassische astrologische Texte – insbesondere aus der mittelalterlichen und hellenistischen Tradition – aufzuspüren, zu übersetzen, zu interpretieren und zu lehren.

Aus diesem Hintergrund heraus hat Robert Zoller einen kompakten Grundkurs und eine sehr gute Einführung in die klassische Astrologie entwickelt. Im Buch konzentriert sich der Autor vor allem auf die Tierkreiszeichen, die Häuser und deren Herrscher. Ergänzend nimmt Zoller immer wieder ausführlich Bezug auf die arabischen Punkte und deren sinnvolle Anwendung. Als Prognosetechniken stellt er die im deutschsprachigen Raum eher wenig bekannten Methoden der Firdaria und der Profektionen vor.

Einleitend geht Robert Zoller auf die allgemeine Entwicklung der Astrologie sowie auf die Unterschiede zwischen moderner und mittelalterlicher Astrologie ein. In diesem Zusammenhang wird auch der Schicksalsfaktor diskutiert und die Frage, inwieweit das Horoskop unabänderliche Festlegungen über den Horoskopeigner trifft. Dieses Einführungskapitel ist besonders wichtig, um die grundlegenden Unterschiede in Herangehensweise und Weltbild moderner und mittelalterlicher Astrologen zu verstehen.

Darauf folgt ein ausführliches Kapitel über die astrologischen Tierkreiszeichen und deren antike Herrscher. Hier werden die Würden, sowie heute selten verwendete Zuordnungen wie Triplizitäten, Grenzen und Dekanate detailliert erläutert. Einen wesentlichen Schwerpunkt bilden dabei die Häuserherrscher und deren Würden.

Darauf aufbauend widmet Zoller ein eigenes Kapitel den arabischen Punkten. Selten findet man eine derart fundierte Erläuterung ihrer Anwendung. Erst anschliessend geht der Autor auf die astrologischen Häuser ein und verknüpft diese mit der Würdenlehre, den arabischen Punkten und den Almuten. Die Ausführungen sind stellenweise sehr komplex und erfordern mehrfaches Lesen, um alle Zusammenhänge vollständig zu erfassen. Hilfreich sind dabei die Übungen und Fragen, die jeweils am Ende eines jeden Kapitels zu finden sind.

Abschliessend enthält das Buch ein Kapitel über Prognosetechniken. Dieses Thema würde eigentlich ein eigenes Buch füllen, ist hier jedoch auf etwa 20 Seiten auf die Techniken der Firdaria und Profektionen beschränkt. Beide Methoden sind äusserst sinnvoll, um die Zeitqualität im Horoskop zu erkennen. Besonders wichtig ist Zoller dabei die Betonung, dass nichts vorhergesagt werden kann, was nicht bereits im Horoskop angelegt ist. Auch hier wird wieder stark auf die jeweiligen Häuserherrscher Bezug genommen.

Als Einführung in die Astrologie des Mittelalters und zur vertieften Auseinandersetzung mit ihren Lehren ist dieses Buch sehr gut geeignet, auch wenn der Inhalt stellenweise anspruchsvoll dargestellt ist. Als Anregung, sich intensiver mit den «alten» Lehren zu beschäftigen und diese in die moderne Astrologiepraxis zu integrieren, ist dieser Einführungskurs ausgesprochen wertvoll. Erleichtert wird der Zugang dadurch, dass Robert Zoller konsequent mit dem tropischen Tierkreis arbeitet und sein eigenes Horoskop als anschauliches Beispiel heranzieht.

Dieses Buch ist ein grundlegendes Werk, das bei keinem modernen Astrologen fehlen sollte, der die Wurzeln der klassischen Astrologie verstehen und einige vergessene Techniken wiederbeleben möchte.

Ute Flörchinger