E D I T O R I A L
Mit dieser Nummer feiern wir 40 Jahre Astrologie Heute. Dabei gibt es zwischen der weltpolitischen Situation beim Erscheinen der ersten Nummer unserer Zeitschrift vom Juni 1986 und jener der gegenwärtigen Juni-Nummer 241 eine interessante Parallele: Damals herrschte, ähnlich wie heute, in Europa eine grosse Verunsicherung. Am 26. April 1986 war das Kernkraftwerk Tschernobyl explodiert und man befürchtete eine gefährliche radioaktive Verseuchung des Kontinents. Heute sind wir verunsichert, weil uns droht, nicht mehr unter dem amerikanischen Schutzschirm zu stehen und uns wenig Zeit verbleibt, um eine eigene Wehrhaftigkeit aufzubauen.
Diese Situationen finden ihren Niederschlag in der Stellung des Planeten Pluto. Wie im Artikel «40 Jahre Astrologie Heute» (Seite 8) berichtet, stand Pluto beim Erscheinen der ersten Nummer vom Juni 1986 auf 5 Grad Skorpion. Anfang Juni 2026 befindet er sich auf 5 Grad Wassermann. Wie im Artikel erläutert, ist diese Stellung von 5 Grad fix von grosser Bedeutung: Sie entspricht gradgenau der Mitte der kritischen Opposition zwischen dem Neumond und dem Uranus im «Menschheitshoroskops», die von 7 Grad Stier zu 4 Grad Skorpion verläuft.
Das was sich damals als drohendes Unheil ankündigte, sollte aber etwas zutiefst Positives bewirken: Die Verunsicherung, die die Katastrophe von Tschernobyl im Frühjahr 1986 beim sowjetischen Generalsekretär Gorbatschow auslöste, motivierte ihn, eine Zusammenarbeit mit dem politischen Gegner, den USA, zu suchen und er begegnete dabei in der Person von Ronald Reagan einem amerikanischen Präsidenten, der sich wegen der Explosion der Raumkapsel Challenger wenige Monate vorher ungewollt von seinem Lieblingsprojekt «Star Wars» verabschieden musste. Dies begünstigte eine Zusammenarbeit, die zu einer dauerhaften Entspannung zwischen Gegnern führte, deren Feindschaft die Zeit des Kalten Krieges geprägt hatte.
Das Beispiel zeigt, wie unüberwindbar scheinende Hindernisse ein Umdenken bewirken können und wir sollten nicht ausschliessen, dass die Machtlosigkeit, die der amerikanische Präsident Donald Trump im Zusammenhang mit seinem April-Ultimatum gegen den Iran erlebte, eine heilsame Einsicht in die Grenzen nackter Machtausübung fördern konnte. Die gegenwärtigen Auslösungen des Menschheitshoroskops als «Taktgeber der 2020er Jahre» werden auf Seite 18 beschrieben. Es folgt ein Bericht von Susanne Zitzl zum 250 Jahre-Jubiläum der USA auf Seite 22.
Im Magazin inspiriert uns dann Ernst Ott durch Vorschläge zur Unterstützung der Horoskopdeutung durch Tarotkarten. Für Alexandra Klinghammer dürften Spieltrieb und Risikobereitschaft mit dem baldigen Eintritt von Jupiter ins Löwe-Zeichen (ab 30. Juni) zunehmen, wobei die Opposition zum Pluto vom 20. Juli Vorsicht gebietet.
In mancher Hinsicht ist Chiron, der verwundete Heiler, ein Gegenspieler zum zuversichtlichen und von sich selbst überzeugten Jupiter. Ihm gilt in dieser Nummer besondere Aufmerksamkeit, auch weil er nach 8 Jahren im Widder erstmals, aber zunächst erst für kurze Zeit, im Juni ebenfalls das Zeichen wechselt. Ende Widder bis Stier signalisiert Chiron für die USA schwierige Perioden (siehe S. 40) und der Planetoid hat ganz allgemein eine wichtige Bedeutung für unsere Gesundheit, wie Verena Bachmann in ihrem Artikel zu unserem Umgang mit eigenen Schwachstellen (S. 56) beleuchtet. Jana Kubatzki widmet sich, mit ihrer Beschreibung der heilenden Gaben Chirons, im Baukasten auf S. 44 seiner Stellung in den verschiedenen Häusern.
Damit wünsche ich Ihnen eine abwechslungsreiche Lektüre, auch im Zusammenhang mit den bevorstehenden Zeichenwechseln.
Claude Weiss
Chefredaktor
Claude Weiss, beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Astrologie; Herausgeber der Zeitschrift ASTROLOGIE HEUTE; gründete 1978 die Astrodata AG, welche astrologische Textanalysen anbietet; Präsident des Schweizer Astrologenbundes (SAB) von 1987 bis 2018; gefragter Referent an internationalen Kongressen; Bücher: «Die 28 Mondphasen der Geburt», «Warum wir uns inkarnieren», «Horoskopanalyse» Bd. 1 & Bd. 2, «Karmische Horoskopanalyse», Bd. 1 & Bd. 2, Mitautor der Bücher «Pluto – Eros, Dämon und Transformation», «Die Lilith-Fibel», «Wendezeit 2010–2012», «Visionen einer neuen Zeit», E-Mail: Claude Weiss