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Am 18. März ist Lee Lehman (geboren am 9.9.1953, 4.41 h in Wakefield/NE, USA) im Alter von 72 Jahren gestorben. Lee war eine weltweit bekannte und anerkannte Astrologin. Sie verfügte über einen PhD (Doktortitel) in Botanik sowie einen Master in Biologie und war Mitbegründerin und Dekanin des Kepler College. Sie war eine gefragte Referentin an internationalen Kongressen und Schulen, schrieb elf Bücher und unterrichtete bereits früh auch online. Ihre Spezialgebiete waren traditionelle (klassische) Astrologie, Astromedizin, Stundenastrologie, Elektions-Astrologie (Wahl des richtigen Moments) und Mundanastrologie. Auch Umweltfragen, Feminismus und Magie gehörten zu den Themen, mit denen sie sich intensiv beschäftigte.
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Im deutschsprachigen Raum wurde Lee Lehman zunächst durch ihre Teilnahme an den Weltkongressen in den Jahren 2000 und 2004 bekannt; 2013 machte sie ihr Wissen in einem Workshop über «Medizinische Astrologie» bei der SFER und in einem Artikel in Astrologie Heute (Nr. 161, Feb./März 2013, «Die vier hippokratischen Qualitäten und Elemente, und die astrologische Grundlage von Gesundheit und Krankheit») einem weiteren Publikum zugänglich. Im gleichen Jahr war sie auch Referentin am Anlass zum 30-jährigen Jubiläum des SAB (Thema: Die Verbindung von Astrologie und Magie). 2018 folgte ein weiterer Workshop bei der SFER (Heil-Pflanzenkunde und medizinische Astrologie) sowie ein viel beachteter Vortrag (Living in Interesting Times – Was die alten Astrologen zu 2020 zu sagen haben) über die anstehenden Konstellationen und die Luftepoche.
Mit ihrem breiten und fundierten Wissen, das die Astrologie in einen grösseren Kontext stellte, mit ihrer Intelligenz, ihrem Forschergeist und ihrer direkten Art, aber auch ihrem feinen Humor beeindruckte Lee Lehman viele Menschen. Mich persönlich hat Lee nicht nur mit ihrem tiefen Verständnis für die astrologischen Traditionen und ihrem umfassenden Wissen über die Elementen- und Pflanzenlehre und die traditionelle Heilkunde fasziniert, sondern auch mit ihrer Offenheit und ihrem Interesse für alles, das professionell und fundiert war. Mit grosser Selbstverständlichkeit schlug sie auch eine Brücke zwischen klassischer Wissenschaft und spirituellen Themen – eine Haltung, die mich sehr berührte.
Persönlich kennengelernt habe ich Lee 1989 an der United Astrology Conference (UAC) in New Orleans. In den folgenden Jahren trafen wir uns regelmässig an internationalen Konferenzen (Schweiz, USA und Australien) und es entwickelte sich eine Freundschaft. Auch wenn wir mit ganz verschiedenen Ansätzen und Methoden arbeiteten, waren unsere Begegnungen und Gespräche geprägt von tiefem gegenseitigem Respekt, sowohl fachlich als auch menschlich. Im Lauf der Zeit entwickelte sich zudem eine fachliche Zusammenarbeit. So verwies sie beispielsweise in einem Workshop, den ich simultan für sie übersetzte, bei Fragen psychologischer und spiritueller Natur die Teilnehmerinnen mit der Bemerkung, «das ist Verenas Spezialität», auf mich, und lud mich ein, meine Sicht der Dinge zu schildern. Im Gegenzug zog ich sie in klassischen und medizinischen Fragen bei komplexen Beratungen zu diesen Themen bei. In einigen Fällen begleiteten wir Klienten auch gemeinsam.
Auch die Beziehung von Lee zu ihrer langjährigen Lebensgefährtin Maggie Meister, die sie 2012 heiratete, hat mich beeindruckt. Die beiden Frauen teilten ihre Leidenschaft für Wissen und Forschung, ihre Neugier auf das Leben und ergänzten sich in ihren Wesen beinahe perfekt.
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Lee Lehman
9. 9. 1953, 4:41 LT, 10:41 GT
Wakefield/NE, USA (42N16, 96W52)
Koch (von Lee Lehman korrigierte Zeit)
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In den vergangenen Jahren machte Lee der Körper vermehrt zu schaffen; sie wurde mehrfach notfallmässig in Kliniken eingewiesen. Dazwischen gab es aber immer wieder stabilere Phasen. Durch solche Krisen liess sie sich jedoch nicht an dem hindern, was ihre Leidenschaft war. Bis zuletzt lehrte und forschte sie, gab ihr grosses Wissen in Online-Seminaren weiter.
Zwei Zitate von Lee aus einem Interview, das ich mit ihr für Astrologie Heute führte (Nr. 166, Dez. 2013/Jan. 2014, «Ich will eine lebendige Astrologie»), bringen ihre Haltung gegenüber dem Leben und der Astrologie treffend zum Ausdruck. Als Lehrerin wollte sie das alte Wissen in einen modernen, zeitgemässen Rahmen stellen: «Wenn es nicht gelingt, das Traditionelle immer wieder mit dem Aktuellen zu verbinden, wird es tot.»
Und ihr Rat an heutige Astrologiestudierende: «Lernt die Omen zu lesen und respektiert sie als solche. Es geht in der Astrologie nicht um das, was wir uns ausdenken oder projizieren. […] Für die Babylonier war das, was am Himmel, also in den Sternen geschrieben steht, zwar unverrückbar festgelegt, aber sie nahmen das auch als Herausforderung an, etwa in dem Sinne: Was gedenkst du nun damit zu tun? Sie lasen die Omen und begannen danach, mit den Göttern zu verhandeln – in deren Tempel. Und über das Aushandeln ihrer Möglichkeiten fanden sie dann zu vielen Lösungen für ihre Probleme.»
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