Astrologie Heute Nr. 243 (Oktober 2026)
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Astrologie Heute Nr. 243
Oktober 2026

Inhaltsverzeichnis
Heft Nr. 243 bestellen

Astro-logische Merk-Würdigkeiten

Ganz schnell, ganz einfach…!?

von Barbara Egert

Kann man aus einem Radix ohne grossen Aufwand (!) bestimmen, ob ein Mensch extro- oder introvertiert ist und welche Persönlichkeitsveranlagung er hat? Kein Problem. Als Erstes schaut man auf die Verteilung der vier Elemente Feuer, Erde, Luft und Wasser in den Zeichen: Widder steht für Feuer, Jungfrau für Erde. Dann kommen die Häuser und Achsen dazu: Ein Merkur-Haus entspricht dem Element Luft, ein Fische-Haus dem Wasser. Steht der AC im Stier, kommt Erde hinzu, steht das MC im Löwen, Feuer. Eine Übermacht oder das Fehlen eines Elements sagt etwas über Wesen und Temperament aus. Doch damit ist die entscheidende Frage noch nicht beantwortet: Wie geht ein Mensch mit diesen Energien um? Lebt er sie – und wenn nicht, was steht dem entgegen?.

Also weiter differenzieren. Introversion und Extroversion stellen Gegenpole dar: Der Introvertierte ist eher bedächtig, zurückhaltend und abwartend, während der Extrovertierte stärker nach aussen lebt, geselliger und kontaktfreudiger ist. In der Astrologie gelten Feuer und Luft als extrovertiert, wobei Feuer noch extrovertierter ist als Luft. Erde und Wasser werden der introvertierten Seite zugerechnet, Wasser dabei stärker als Erde.

Aber auch das reicht noch nicht. Die kardinalen Zeichen Widder, Krebs, Waage und Steinbock gelten als extrovertiert, die fixen Zeichen Stier, Löwe, Skorpion und Wassermann als introvertiert. Die veränderlichen Zeichen Zwillinge, Jungfrau, Schütze und Fische sind dagegen flexibel, anpassungsfähig, beweglich und kommunikativ – also weder eindeutig das eine noch das andere.

Fast geschafft. Jetzt nur noch alle Faktoren miteinander kombinieren, und die Persönlichkeitsveranlagung ist – ruckzuck – geklärt. Oder doch nicht? Denn zur weiteren Differenzierung kommt noch die Art des Elements hinzu: Wer viel Feuer im Radix hat, gilt als extrovertiert-handelnder Mensch, wer viel Luft hat, als extrovertiert-denkend. Erde steht eher für introvertiert-bewahrendes Handeln, Wasser für introvertiert-emotionales Agieren.

Der Astro-Lehrling rauft sich die Haare. Und ich grüble, ob ich das damals, vor über vierzig Jahren, tatsächlich «einfach so» verstanden habe. Muss wohl. Denn aus dem Nichts-Wissen wurde ein Halb-Wissen, und irgendwann war ich eine vom Verband geprüfte Astrologin. Spätestens dann setzte man voraus, dass die Elementeverteilung mit all ihren Abzweigungen und Feinheiten in Fleisch und Blut übergegangen war.

Was mir allerdings nie in Fleisch und Blut übergegangen ist, war und bleibt die Rechnerei von was auch immer (Addition, Subtraktion und Dreisatz ausgenommen!). Mein Merkur, ein Alles-Wissen-Wollender, machte mich deshalb irgendwann darauf aufmerksam, dass ich einen wichtigen Punkt geflissentlich übersehen hatte: die Berechnung der Elemente beziehungsweise die Punktebewertung. Sie basiert auf der Verteilung der Planeten sowie des AC und MC in den zwölf Tierkreiszeichen. Manche beziehen auch den Mondknoten mit ein. Für eine genaue Analyse werden die Faktoren den vier Elementgruppen zugeordnet, um Harmonien und Disharmonien, Über- und Unterbetonungen auf einen Blick erkennen zu können.

Zum Glück muss ich das hier nicht weiter ausführen. Inzwischen erledigt jede Astro-Software diese Rechnerei mit einem Klick.

Wer jetzt noch nicht erschöpft ist, kann sich an die vier Hemisphären machen. Nur ein paar Stichworte, sonst wird aus der Kolumne noch ein Artikel: Die AC/DC-Achse teilt das Radix in eine untere Nacht-Hälfte, die nach innen gerichtet und introvertiert sein soll, und eine obere Tages-Hälfte, die als extravertiert und nach aussen gerichtet gilt.

Und dann gibt es noch die östliche und westliche Hemisphäre, Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Wo fühlt man sich eher «zu Hause» – wenn der Tag beginnt oder in der blauen Stunde? Und bestätigen das die Sterne? Soweit, so gut.

Bei mir stehen nun allerdings alle Planeten in der oberen Tages-Hälfte. Nach der «Grundlagen-Regel» bin ich also extrovertiert. Dazu kommt ein Übergewicht an Luft: extrovertiert-denkend. Fast alle Planeten stehen ausserdem in einem Kardinalzeichen. Gleichzeitig befinden sie sich im zwölften, dem Fische-Haus – und das soll mich wiederum introvertiert machen.

Da steige nun einer durch! Denn wenn man diese Grundlagen einmal gelernt und verstanden (!) hat, geht es erst richtig los. Ein Faktor kommt zum nächsten, eine Differenzierung zur nächsten – bis schliesslich die Deutung des gesamten Horoskops beginnt.

Und genau da beginnt die wirkliche Arbeit: bei der man alles gleichzeitig im Blick behalten muss…


Barbara Egert, geprüfte Astrologin DAV, jahrzehntelange Astrologieerfahrung; Bücher: «Astro-logische Merkwürdigkeiten – Kolumnen» (2017, nur bei Amazon erhältlich), «Wenn die Kindheit Schatten wirft: Beziehungen, Hochsensibilität, Narzissmus» (2014), «Hochsensibilität im Horoskop» (2012), «Krisen im Horoskop erkennen» (2011), «Kindheitserfahrungen im Horoskop» (2009); ständige Mitarbeiterin von ASTROLOGIE HEUTE, E-Mail: Barbara Egert