40 Jahre Astrologie Heute (Teil 3)
In diesem 3. Teil eines Rückblicks auf die 40 Jahre des Bestehens der Zeitschrift Astrologie Heute beleuchtet Claude Weiss die Periode von 2008 – 2014. Dabei ist die Rede von einem Zeitfenster, während welchem sich die Welt grundlegend veränderte. Der Zusammenbruch der amerikanischen Bank Lehman Brothers im September 2008 machte gewaltige Rettungsaktionen notwendig und besiegelte die republikanische Präsidentschaft von George W. Bush, die seit 2001 währte und einen fraglichen Krieg mit sich brachte, der zum Vorläufer einer grossen Finanzkrise wurde. So wurde auf den Tag genau am 4. November des Jahres 2008, anlässlich der ersten Saturn/Uranus-Opposition, von der es bis Juli 2010 nicht weniger als sieben gab, in den USA die Wahl von Barack Obama zur Hoffnung für einen neuen Aufbruch. «Yes we can» war dabei die zündende Parole, die viele Menschen elektrisierte. Allerdings lief vonseiten der erzkonservativen «Tea Party», als Speerspitze der Republikaner, eine Blockadepolitik gegen den schwarzen Präsidenten, die es ihm drastisch erschwerte, seine Vorhaben umzusetzen. Man versuchte ihn gar als nicht in den USA geborener Usurpator zu diskreditieren, sodass er eine detaillierte Geburtsurkunde präsentieren musste. An der Spitze dieser sogenannten «Birther»-Bewegung stand Donald Trump, der aufgrund seiner Absicht, bei der nächsten Gelegenheit auf der Seite der Republikaner selbst für die Präsidentschaft zu kandidieren, die Gelegenheit nutzte, um sich mit der Präsentation einer eigenen Geburtsurkunde im Netz eine neue Geburtszeit zu geben. Erst später wurde dabei klar, dass dies dem Bedürfnis entsprang, dass niemand, auch nicht Astrologen, ihm in die Karten blicken kann.
Die Wirtschafts- und Bankenkrise, die 2008 in den USA ausbrach, schwappte nach Europa über und wurde nach gewaltigen Rettungsaktionen, die die verschiedenen Staaten zwang, grosse Schulden zu machen, ab 2010 im Zusammenhang mit den schwachen Gliedern des Euro-Finanzsystems zu einer Staatsschuldenkrise, mit Mitgliedern aus dem Süden des Kontinents, die gerettet werden mussten. Der Bestand der EU und ihrer gemeinsamen Währung schien ernsthaft gefährdet, bis 2012 der Chef der Europäischen Nationalbank, Mario Draghi, mit «Whatever it takes» die Formel fand, um das Vertrauen wieder herzustellen. Dies entsprach jedoch einem Sieg des Südens, und es begannen in den nördlichen Ländern der EU Ängste aufzukommen, ob sie von nun an mit neuen Schulden Krisen lösen sollen. Dabei wird in zunehmendem Masse die mangelnde Bereitschaft oder Unfähigkeit moderner Demokratien zu mutigen Schritten sichtbar, und es beginnen im Untergrund populistische Bewegungen, welche vor dem Untergang der westlichen Kultur warnen. Während in den USA die Tea Party schon länger in diese Richtung vorspurt, handelt es sich in Europa dabei eher um Einzelne, die bald abgestraft werden, aber dennoch ein ansehnliches Anhängerpublikum mobilisieren. Wer sich dabei einer Nähe zu rechtsextremem Gedankengut verdächtig macht, hat jedoch verloren. In Frankreich schränkt dies die Möglichkeiten des Front national von Jean-Marie Le Pen ein, der kaum vom Fleck kommt, bis seine Tochter Marine sich ab 2011 bewusst vom Rechtsextremismus abgrenzt. In Deutschland wird im Zusammenhang mit dem 2010 erschienenen Buch des Volkswirtschafters Thilo Sarrazin, «Deutschland schafft sich ab», von dem bis Anfang 2012 über 1,5 Mio. Exemplare verkauft werden, ein ähnlicher Verdacht erhoben. Aufgrund der von ihm vertretenen Ideen wird er aus seiner Partei, der SPD, ausgeschlossen, ein Vorgang, der allerdings bis 2020 dauert.
Zum Ende der Periode braut sich etwas zusammen, das nicht nur mit Geld, Kredit und Schulden zu tun hat: Am 22. Februar 2014 steigert sich, nach einer langen Periode von Protesten, die Situation auf dem Kiewer Maidan dramatisch. Der verhasste russophile Präsident der Ukraine, Janukowytsch, wird am 22. Februar 2014 gestürzt und des Landes verwiesen. Damit beginnt spätestens am 23. Februar die Besetzung der Krim durch russische Einheiten ohne Abzeichen. Offizielle Dokumente sollen belegen, dass die Entscheidung dazu am 23. Februar fiel, aber es gibt gute Gründe anzunehmen, dass der Vorgehensplan für diese Aktion schon früher griffbereit in Putins Schublade lag. Damit beginnt eine neue Phase, in der zunächst erst latent, bald aber für alle Betroffenen spürbar, ein Krieg Europa massgeblich prägen wird. Fast auf den Tag genau acht Jahre später, wird am 24. Februar 2022 Wladimir Putin versuchen, mit einer Invasion die Ukraine einzunehmen.
Claude Weiss, beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Astrologie; Herausgeber der Zeitschrift ASTROLOGIE HEUTE; gründete 1978 die Astrodata AG, welche astrologische Textanalysen anbietet; Präsident des Schweizer Astrologenbundes (SAB) von 1987 bis 2018; gefragter Referent an internationalen Kongressen; Bücher: «Die 28 Mondphasen der Geburt», «Warum wir uns inkarnieren», «Horoskopanalyse» Bd. 1 & Bd. 2, «Karmische Horoskopanalyse», Bd. 1 & Bd. 2, Mitautor der Bücher «Pluto – Eros, Dämon und Transformation», «Die Lilith-Fibel», «Wendezeit 2010–2012», «Visionen einer neuen Zeit», E-Mail:
Claude Weiss