Astrologie Heute - Themen der Zeit

Die bedeutungsschwangeren Finsternisse von Juni/Juli 2020

von Claude Weiss

15. 6. 2020

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Fig. 1
Mondfinsternis Juni 2020
5. 6. 2020, 21:12 LT; 19:12 GT
Zürich, CH (47N22, 8E32)
Koch
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Fig. 2
Sonnenfinsternis Juni 2020
21. 6. 2020, 08:41 LT; 06:41 GT
Zürich, CH (47N22, 8E32)
Koch
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Fig. 3
Mondfinsternis Juli 2020
5. 7. 2020, 06:44 LT; 04:44 GT
Zürich, CH (47N22, 8E32)
Koch
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Fig. 4
Muttereklipse Saros-Serie 4  Nord
25. 5. 1389 (jul. Kalender), 16:55 GT

Ohne Häuser
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Fig. 5
A*C*G* Mondfinsternis Juni 2020
5. 6. 2020, 19:12 GT
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Fig. 6
A*C*G* Sonnenfinsternis Juni 2020
21. 6. 2020, 6:41 GT
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Fig. 7
A*C*G* Mondfinsternis Juli 2020
5. 7. 2020, 4:44 GT
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Fig. 8
Sonnenfinsternis nach Untergang der Titanic
17. 4. 1912, 11:40 GT
Southampton, GB (50N54, 1W24)
Koch

Die Finsternisperiode von Juni/Juli begann mit der Mondfinsternis vom 5. Juni (in Fig. 1 für Zürich eingezeichnet), die mit dem Quadrat des Mars zum Vollmond und zur rückläufigen Venus, welche sich in Konjunktion mit dem Deszendenten befindet, einiges an Aufregung versprach. Dies ergibt sich aufgrund der Konjunktion des Neptun mit dem Mars, eine Stellung, die schnell einmal für Verwirrung sorgt. Sie tangiert aufgrund der Tatsache, dass sich der Vollmond auf der Kommunikationsachse Zwillinge/Schütze abspielt, in besonderem Masse Informationen, die wechselhaft und widersprüchlich herüberkommen, wodurch man schnell einmal in Gefahr gerät, Falschinformationen aufzusitzen. Dass das Thema in besonderem Masse Mitteleuropa tangieren dürfte, zeigt das abgebildete Horoskop mit der Mond/Sonne-Opposition auf der AC/DC-Achse, quadriert von Mars und Neptun in Fische, eine Stellung, die zusätzlich im dritten Haus der Kommunikation eingeschlossen ist. Ein Beispiel für das gegenwärtige Durcheinander sind die Anti-Rassismus-Demonstrationen des Wochenendes vom 13./14. Juni in grösseren Schweizer Städten, mit teilweise 10'000 Teilnehmenden, obwohl gemäss Richtlinien des Bundes nach wie vor Gruppierungen von mehr als 300 Personen coronabedingt verboten sind. Wo der Vollmond sich in Europa auf der AC/DC-Achse abspielt, zeigt die Astro*Carto*Graphy (ACG) in Fig. 5.

 

Sonnenfinsternis mit Merkur und Venus rückläufig

Ein Hauch von Unklarheit und Chaos könnte uns auch im Zusammenhang mit der Sonnenfinsternis vom 21. Juni zu schaffen machen, wenn wir sehen, dass der Mars sich immer noch im Orb einer Konjunktion mit Neptun befindet und ein weites Quadrat zum Neumond macht (Fig. 2). Hinsichtlich fehlgeleiteter Energie in Form von Dynamik, gepaart mit Konfusion, scheinen wir uns aber dennoch auf sichererem Boden zu bewegen, denn die erwähnten Aspekte sind ungenau und am Ausklingen. Was wohl eher unsere Aufmerksamkeit erfordert, ist die Tatsache, dass der Merkur inzwischen (am 18. Juni) im Quadrat zur Lilith rückläufig geworden ist, und dieses Quadrat in der Sonnenfinsternis nach wie vor prominent in Erscheinung tritt, eine Konstellation, die aufwühlende Informationen verspricht, aufgrund welcher bisherige Auffassungen zu revidieren sind. Dies gilt wiederum ganz besonders für Mitteleuropa, wo die Lilith sich in der Nähe des MC befindet. Merkur hat neben dem Quadrat zur Lilith (nicht eingezeichnet) keinen weiteren Aspekt, sodass er nach üblichen Kriterien als unaspektiert gilt. Versuchen wir eine Bewegung in Richtung eines anderen Faktors auszumachen, so stellen wir fest, dass er sich in der Folge auf ein Sextil zum Uranus und ein Quadrat zum Chiron zubewegt. (Bis zur folgenden Mondfinsternis ist das Quadrat zu Chiron leicht überschritten.) Sowohl aufgrund der unaspektierten Stellung des Merkur, als auch seines Quadrats zur Lilith, könnten ungewöhnliche und beunruhigende Informationen anstehen und knifflige Probleme im Zusammenhang mit Aussenseitern oder ungewöhnlichen Anschauungen zu lösen sein. Für Mitteleuropa akzentuiert die Merkur-Stellung im zwölften Haus solche Themen. In der Sonnenfinsternis fällt im Weiteren auf, dass nicht weniger als zwei persönliche Planeten, Merkur und Venus, rückläufig sind. Die Venus schon längere Zeit, aber jetzt flankiert von Merkur, der auch deshalb wichtig ist, weil die Venus sich im Merkurzeichen Zwillinge befindet. Ansonsten ist die Venus (für Mitteleuropa in der Nähe der Spitze des elften Hauses) harmonisch, mit einem allerdings nicht sehr genauen Trigon, zum Saturn in Wassermann verbunden, der das Thema von Venus im elften Haus unterstützen könnte.

Zu beachten ist im Weiteren, dass in der ACG der Sonnenfinsternis (Fig. 6) in Washington Jupiter und Pluto am MC stehen, während Uranus sich am AC befindet. Dies verspricht heisse Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit Gerechtigkeit, Neigungen der Herrschenden das Recht zu verbiegen, Übergriffen der Ordnungskräfte, des Umgangs mit der Pandemie, die insbesondere Schwarzen zusetzt, aber auch der Zukunft des Landes.

 

Juli-Mondfinsternis im Quadrat zu Chiron/Lilith

Die in Fig. 3 abgebildete Mondfinsternis vom 5. Juli bringt dann, aufgrund der Konjunktion der Sonne mit dem rückläufigen Merkur, wieder einige Spannungsthemen auf den Plan, und zwar in Form eines weiten Quadrates sowohl zur Lilith als auch zum Chiron, aber einem exakten Quadrat zum Mittelpunkt beider Faktoren, die sich immer noch im Widderzeichen in Konjunktion zueinander befinden. Hier ist zu bedenken, dass die Kombination von Lilith und Chiron im Widderzeichen eine Affinität zur Auslösung der Corona-Pandemie aufweisen könnte, sodass das Thema wieder stärker in den Vordergrund rücken kann. Ein Quadrat gibt es aber auch vonseiten des rückläufigen Merkur zum Mars und zum Chiron sowie, noch etwas genauer, zum Mittelpunkt deren Konjunktion. Auch hier haben wir es für Mitteleuropa mit einer starken Ausdrucksform dieses Aspektes zu tun, indem Mars und Chiron sich in der Nähe des MC befinden. In Washington gehen gemäss ACG (Fig. 7) Mars-AC- und Merkur-IC-Linien links der Hauptstadt durch, während der Vollmond an der MC/IC-Achse rechts der Hauptstadt stattfindet, mit kombinierter Wirkung aller Faktoren in der Stadt am Potomac. Zu bedenken ist auch, dass die Mondfinsternis vom 5. Juli eine auf wenige Bogenminuten genaue Opposition zur Sonne des Landes (4. Juli 1776) macht.

Während die erste Mondfinsternis vom Juni durch die Spannungsfigur charakterisiert wird, die der Mars zum Vollmond macht, und im Sinne einer dynamischen Aufladung zwischen den Geschlechtern und verschiedenen Persönlichkeitsanteilen wirkt, indem Mond und Sonne sowie Venus und Mars durch rote Aspekte miteinander verbunden sind, beeindruckt die Sonnenfinsternis insbesondere durch das Zusammenfallen des Neumondes mit dem Ingress ins Krebszeichen. Bei der zweiten Mondfinsternis ist es schliesslich die Lilith, die in Spannung zum Vollmond steht, während Reibungsenergien auch durch Mars/Chiron im Quadrat zum rückläufigen Merkur generiert werden. In allen drei Horoskopen fällt im Übrigen die Grosskonjunktion zwischen Jupiter, Saturn und Pluto auf, wodurch ein bedeutsames Jahr angezeigt ist.

Für die USA von besonderer Bedeutung ist, dass die gegenwärtige Jupiter/Saturn/Pluto-Konjunktion auf dem Pluto des Landes stattfindet, der im von uns bevorzugten US-Horoskop im zweiten Haus steht, in welchem es um Revier, Geld, Selbstwert und Macht geht. Pluto auf der Achse 2/8 hat aber auch mit Erbsubstanz zu tun, und es erstaunt nicht, dass im Zusammenhang mit einem mutierten Virus verschiedene Ethnien zusammenprallen und diskutiert wird, ob die Verwendung des Begriffes der «Rasse» weiter zulässig ist. Auch stehen «Rassisten» früherer Jahrhunderte am Pranger und deren Statuen werden umgestossen oder entfernt.

Zu dieser Diskussion könnte in den USA, wie auch auf dem ganzen amerikanischen Kontinent, ebenfalls der Umgang mit den Ureinwohnern hinzukommen, die unter der Konstellation von Uranus im Stierzeichen unterworfen und durch Krankheiten (Pocken) dezimiert wurden. Menschen zu Sklaven machen (Besitz über sie ausüben) oder sie dezimieren, wenn sie stören, gehört tatsächlich zu den widerwärtigen Entsprechungen von Pluto im zweiten Haus (oder im Stierzeichen), sodass es naheliegend ist, dass unter Uranus in Stier solche Themen auch ausserhalb der USA die Menschen mobilisieren. 

 

Das Kernthema jeder Sonnenfinsternis

Zu jeder Sonnenfinsternis gibt es aber ein Kernthema, welches wie in einer Familie von Generation zu Generation weitergegeben wird. Die Generationen sind im konkreten Fall die alle 18 Jahre stattfindenden Finsternisse einer gleichen Serie. Sie schwingen gemäss dem gleichen Muster und sind Träger der Botschaften der Muttereklipse, die weit in die entfernte Geschichte zurückreichen kann. Im konkreten Fall gibt es aber auch, wie im online-Artikel vom 8. Juni, «Wie Ereignisse, die mit einer Muttereklipse zusammenfallen, die Finsternisse der ganzen Saros-Serie prägen», dargelegt, ein historisches Ereignis, das für Europa von grosser Tragweite war und mit der Muttereklipse zusammenfiel.

 

Das dominante Thema der Muttereklipse der Saros-Serie 4 Nord

Es handelt sich um die Schlacht des Jahres 1389, die auf dem Amselfeld zwischen den vom christlichen Fürsten Lazar angeführten Armeen und jenen des Sultan Murad I. ausgetragen wurde und deren Botschaften die Finsternisse der Saros-Serie 4 Nord bis ins 20. Jahrhundert der europäischen Geschichte einbrachten und dies wahrscheinlich auch noch im 21. Jahrhundert tun. Die Muttereklipse ereignete sich im damaligen julianischen Kalender am 25. Mai 1389 (im heutigen gregorianischen am 2. Juni 1389), während die Schlacht auf dem Amselfeld im julianischen Kalender am 15. Juni, und im gregorianischen am 23. Juni 1389 stattfand. Dabei hat man den Eindruck, dass die aktivierten Themen inzwischen nicht nur Europa, sondern die ganze Welt tangieren, auch wenn die Belange Europas, des Christentums und wahrscheinlich auch des Islams im Vordergrund stehen. Da es bei den zunächst religiös gefärbt erscheinenden Auseinandersetzungen auch um handfeste Territorial- und Machtkonflikte geht, gibt die Muttereklipse aber auch eine Matrix für spätere kriegerische Konfrontationen ab. Bevor wir im Detail auf die vergangenen Phasen der Saros-Serie 4 Nord bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts eingehen, sollen hier vorweg einige der Grundthemen resümiert werden, damit sie in ihrer Bedeutung für die gegenwärtigen Finsternisse berücksichtigt werden können:

Obwohl die Schlacht auf dem Amselfeld des Kosovo am Veitstag vom 15. Juni, jul. Kalender (der seit dem 20. Jh. am 28. Juni gefeiert wird), recht verworren ablief, lieferte sie auf beiden Seiten, aber vor allem auf serbisch-christlicher Seite, einen Anlass für Schuldzuweisungen sowie Helden- und Märtyrermythen. Mit der Schlacht vom Amselfeld, in welcher auf beiden Seiten die führenden Figuren starben (Fürst Lazar und Sultan Murad I.), begann für die Serben aber auch ein schmerzlicher Prozess der Unterjochung durch die Osmanen, der beinahe 500 Jahre dauerte und erst zur Zeit der Saros-Serie 4 Nord des Jahres 1876, im Verlauf der dann beginnenden serbisch-osmanischen Kriege, beendet wird. Kurz danach wird am Berliner Kongress des Jahres 1878 die Selbständigkeit Serbiens bestätigt. Die Aufteilung des Balkans wird aber von den europäischen Grossmächten über die Köpfe der kleineren Balkanstaaten hinweg verfügt, und die ungelösten Probleme entladen sich 1912, zwei Saros-Serien später, im 1. Balkankrieg.

Aus astrologischer Sicht erscheint das Jahr 1912 dementsprechend auch als Beginn einer Saros-Periode von zwei Weltkriegen, die zwei Saros-Perioden später durch die Aufteilung Europas im Jahre 1948 in Ost und West besiegelt wird, was die Abfolge folgender Saros-Perioden ergibt: 1876 – 1894 – 1912 – 1930 1948. Im Jahr 1948 wird klar, dass der Westen unter der Führung Amerikas in Europa einen eigenen Weg ohne die Sowjetunion geht, was als Reaktion vonseiten Russlands zur Berliner Blockade führt. 1948 werden auch die Teilungsprozesse abgeschlossen, die infolge des Zweiten Weltkrieges zu geteilten und neuen Ländern führten: Indien und Pakistan (1947), Nord- und Südkorea (1948), Israel und Palästina (1948) sowie Deutschland (faktisch 1948 und juristisch 1949, wobei zur Aufarbeitung der Nazizeit auch die Nürnberger Prozesse von 1945–1949 hinzuzuzählen sind).

Zwischen den Saros-Serien, die im Frühjahr 1912 und 1948 begannen, gibt es aber auch die Phase von 1930. In diesem Jahr erlebt die kapitalistische Welt mit der Grossen Depression ihren Tiefpunkt, und der Versuch einer Regelung der aus dem Ersten Weltkrieg hervorgehenden wirtschaftlichen Konsequenzen durch den Young-Plan bringt die Deutschnationalen auf den Plan und bereitet mit 18 % Stimmenanteil für die NSdAP die spätere Machtergreifung durch Hitler vor.

Seit 1948 spielen die USA bei den Geschehnissen der Saros-Serie 4 Nord die Hauptrolle und dies setzt sich bis heute fort. Die im Mai 1966 beginnende nächste Finsternis dieser Serie führt dazu, dass die USA ihr Engagement an der Seite Südvietnams bekräftigen. Es gelingt ihnen auch, mit einer weichen Mondlandung in der Raumfahrt im Konkurrenzkampf mit den Sowjets aufzuholen. In China toben ab August 1966 die Roten Garden.

Bei der nächsten Etappe der Entfaltung der Saros-Serien kommt es im Jahr 1984 zwischen der Volksrepublik China und Grossbritannien zu einem Vertrag über Hongkong, welches 1997 an die Volksrepublik zurückgehen soll. (Es ist bezeichnend, dass die Frage wieder aktuell wird, was damals beschlossen wurde und inwieweit den Versprechungen Chinas zu trauen ist.) Derweil verfolgen die USA unter Ronald Reagan eine eigenwillige nationalistische Politik und werden im Zusammenhang mit der Blockade nicaraguanischer Häfen vom internationalen Gerichtshof verurteilt.

Während der im Juni startenden Finsternisperiode vom Jahr 2002 versucht die Grossmacht unter der Leitung von George W. Bush, über die Postulierung angeblicher Massenvernichtungswaffen des Irak, eine von der UNO getragene Ermächtigung zu erhalten, im Irak zu intervenieren. Neben Russland stellen sich insbesondere Deutschland und Frankreich dem Ansinnen entgegen, und die USA müssen für den Krieg, den sie im März 2003 lostreten, selbst die Verantwortung übernehmen. Im Herbst des Jahres 2002 erreicht in den Vereinigten Staaten die Börse einen Tiefpunkt.

 

Umwälzungen auch im Jahr 2020?

Als diese Zeilen am 12. Juni geschrieben werden, stellt sich die Frage, ob wir es bis zum Herbst mit einigen der tiefgreifenden Veränderungen zu tun haben werden, die die Finsternisperioden der Saros-Serie 4 Nord in der Vergangenheit häufig geprägt haben. Dazu gehören:

 

  •       Schwerwiegende Störungen des internationalen Gleichgewichts und kriegerische Auseinandersetzungen.
  •       Rezessionen oder gar Depressionen mit hoher Arbeitslosigkeit.
  •       Heftige Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Ethnien und Gruppen auch innerhalb von Staaten und Auflehnung der Benachteiligten gegen die Herrschaftsverhältnisse.

Diese Fragen lassen sich im Moment noch nicht schlüssig beantworten. Beobachtbar sind aber bereits jetzt schwerwiegende Wohlstandsverschiebungen, welche aufgrund der Coronavirus-Pandemie die schwächer gestellten Ethnien oder Gruppen benachteiligen und dazu führen, dass diese gegen die Situation aufbegehren. Auch macht es Sorgen, dass infolge der ergriffenen Abwehrmassnahmen gegen die Folgen der Coronavirus-Pandemie sich die Schuldensituation mancher Staaten erheblich zugespitzt hat. Im übrigen stellt sich die Frage, inwiefern die USA mit der Rückkehr des Pluto auf seine Geburtsstellung (genau: 2022) mit der Frage konfrontiert werden, wie sie auf ihrem Territorium im Laufe ihrer Geschichte mit Menschen anderer Ethnie umgegangen sind – wobei sie gleichzeitig unter dem Druck stehen, von der aufstrebenden Volksrepublik China herausgefordert zu werden.   

Vielleicht lassen sich diese Fragen besser beantworten, nachdem wir uns mit den Themen der Muttereklipse der Saros-Serie 4 Nord, wie sie sich aus dem Studium des Horoskops der Muttereklipse ergeben, näher beschäftigt haben. Dabei beziehen wir uns auf einige in Nummer 96 von Astrologie Heute (April/Mai 2002) gemachten Aussagen und führen, wo erforderlich, Ergänzungen an.

 

Das Horoskop der Muttereklipse der Saros-Serie 4 Nord

Die Saros-Serie 4 Nord geht auf den 25. Mai 1389 zurück, ein Datum des damals geltenden julianischen Kalenders, welches im heutigen gregorianischen Kalender dem 2. Juni 1389 entspricht (Fig. 4). Einige Analogien der Muttereklipse zur Sonnenfinsternis vom 21. Juni 2020 sind auf Anhieb erkennbar: Dies betrifft zum Beispiel den Jupiter/Pluto-Aspekt, der in der Sonnenfinsternis vom 21. Juni 2020 in Form einer gradgenauen Konjunktion vorliegt und in der Muttereklipse in Form eines Quinkunxes, der im Orb von 2 Bogenminuten stattfand. Auch gibt es in der Sonnenfinsternis vom 21. Juni eine (weite) Saturn/Pluto-Konjunktion, die eine Resonanz zur Saturn/Pluto-Quadratur der Muttereklipse aufweist. Diese Langsamläufer-Aspekte weisen auf aufwühlende Prozesse, die zu Macht/Ohnmacht-Situationen bei schwächeren Mitgliedern oder Gruppen der Gesellschaft führen (Saturn/Pluto), wobei sich die Betroffenen auch aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Ethnie oder ihrer Religion verfolgt fühlen können (Jupiter/Pluto). Als Resultat kann die Neigung aufkommen, sich als Gruppe gemeinsam gegen die Unterdrückung aufzulehnen. Ein weiteres Charakteristikum von Jupiter/Pluto ist die Neigung, das Geschehen tendenziös zu interpretieren und in eine Geschichte einzubauen, die sich nutzbringend verbreiten und kolportieren lässt. Dabei kann eine starke Neigung bestehen, Sündenböcke und Schuldige, die für die missliche Situation verantwortlich sein sollen, zu identifizieren und an den Pranger zu stellen.

Der Sonnenfinsternis vom 21. Juni 2020 und der Muttereklipse ist ebenfalls die Stellung des Chiron auf 9–10 Grad Widder gemeinsam. Dies bedeutet, dass Helden versagen, vielleicht aber auch zu Märtyrern gemacht werden, um deren Vorbildfunktion aufrechtzuerhalten, und/oder rohe männliche Durchsetzungsenergie infrage gestellt wird und durch Qualitäten von Empathie ergänzt werden muss. Dazu passt die Problematik prügelnder und übergriffiger Polizisten, die an Schwächeren ihre Frustrationen auslassen, ein Phänomen, welches seit einigen Wochen in den USA zu Massendemonstrationen führt.

Für die eigentliche Deutung der Saros-Muttereklipse stellen wir nach bewährtem Muster (siehe frühere Nummern von Astrologie Heute) auf die exakten Aspekte und die Halbsummenstellungen (=) ab. Diese lassen sich folgendermassen darstellen:

 

Venus = Neptun (Konjunktion)

Pluto = Mondknoten = Uranus/Lilith

Sonne, Mond = Merkur/Pluto = Merkur/Mondknoten

Merkur = Venus/Saturn = Saturn/Neptun

Mars = Sonne/Saturn = Mond/Saturn

Saturn = Sonne/Uranus = Mond/Uranus

Jupiter Quinkunx Pluto

 

Was im Vergleich zwischen beiden Horoskopen zusätzlich auffällt, ist, dass die Mars-Energie, die aufgrund ihrer Stellung in der Halbsumme zwischen Sonne und Saturn sowie Mond und Saturn im Horoskop der Muttereklipse im das Volk repräsentierenden Zeichen Krebs steht und der Merkur der Sonnenfinsternis dazu eine Konjunktion bildet. Dies kann bedeuten, dass der in der Muttereklipse angesammelte Volkszorn lauthals artikuliert wird, wozu in der gegenwärtigen Sonnenfinsternis die Doppelquadratur von Merkur rückläufig zu Lilith und zu Chiron beiträgt. Grenzen werden dabei eingerissen und Autoritäten sowie bestehende Machtverhältnisse umgestossen.

Die in Nummer 96 von Astrologie Heute gegebene Beschreibung für die Muttereklipse behält ihre Gültigkeit und findet, auch wenn damals das Phänomen der Schlacht am Amselfeld bei der Deutung nicht mitberücksichtigt wurde, ihre Bestätigung:

 

„Die starke Verbindung zwischen Pluto, Mondknotenachse und der Halbsumme von Uranus und Lilith zeigt, dass unterdrückte Kräfte zu einem Befreiungsschlag ausholen, der etwas Massloses, Schicksalhaftes (Pluto und Mondknotenachse) verkörpert. Denkbar ist als Korrelat auch die Entsprechung, dass die Unterdrückung der Freiheit (Uranus) für die Zukurzgekommenen (Lilith) extrem und kaum auszuhalten ist, sodass die Bereitschaft, das eigene Leben zu opfern (Pluto) ausgeprägt ist… Berücksichtigen wir in diesem Zusammenhang auch den Quinkunx zwischen Jupiter und Pluto, so können wir uns vorstellen, dass viele kämpferische Handlungen in Namen der Religion stattfinden und unterschiedliche religiöse Gemeinschaften kompromisslos aufeinanderprallen, wobei die Religion auch eingesetzt wird, um Machtgelüste zu rechtfertigen. Einseitiges Denken (Alternativen nicht sehen können) ergibt sich aus der Stellung des Neumondes in der Halbsumme von Merkur/Pluto und Merkur/Mondknoten. Dies drückt eine gewisse Besessenheit der Anschauungen aus, und häufig sind damit paranoide Vorstellungen verbunden. Man ist mit seinem ganzen Denken auf Abwehr und Feindbilder eingestellt. Die positive Entsprechung dieser Konstellation kann wiederum in einem grossen Ernst erblickt werden, auch schwierige Probleme mit viel Beharrlichkeit anzupacken (den Stall des Augias auszumisten).

Ernste Gedanken ergeben sich auch aus Merkur in der Halbsumme zwischen Venus Konjunktion Neptun und Saturn. Die Konjunktion von Venus und Neptun beinhaltet Hoffnungen und eine Sehnsucht nach Erlösung durch Liebe, die aber auch den Charakter einer Selbstaufgabe annehmen kann. Nun verbindet Merkur über seine Halbsummen-Stellung diese Venus/Neptun-Konjunktion mit Saturn, was heisst, dass über Enttäuschungen Erkenntnisprozesse stattfinden. Damit bewegen sich die Gedanken zwischen Sehnsucht nach Verbundenheit, Rausch, Illusion einerseits und Trennung, Kater und Ernüchterung andererseits. Wirtschaftlich kann dies kaum als sehr positiv betrachtet werden, und es sind auch im Bereich der Diplomatie sowie der Beziehungen zwischen verschiedenen Ländern erhebliche Ernüchterungen zu erwarten. Eine gesunde Einschätzung der Lage wird dadurch nicht begünstigt, und eine Verbindung zu finanziellen Skandalen drängt sich geradezu auf.

Schliesslich sind die Stellungen des Mars in der Halbsumme zwischen Neumond und Saturn sowie des Saturn in der Halbsumme zwischen Neumond und Uranus ein Hinweis darauf, dass in dieser Zeit vieles, was mit Eigendurchsetzung zu tun hat, auf eine strenge und unnachgiebige Art vollzogen wird. Die Menschen sind bereit, für essenzielle Dinge, die ihnen am Herzen liegen, oder gegen Bedrohungen ihrer Freiheit mit ganzer Energie zu kämpfen."

 

Frühere Entsprechungen der Saros-Serie 4 Nord

Weiter oben wurden einige Hinweise zu wichtigen früheren Perioden der Saros-Serie 4 Nord in summarischer Form gegeben. Im Folgenden wird, von heute aus zurückgehend, etwas detaillierter wiedergegeben, was die letzten Eklipsenperioden für Entsprechungen brachten, insbesondere wenn diese nicht nur lokale Gegebenheiten wiederspiegeln, sondern hilfreich sind, um Sinn und Richtung der Epoche besser zu verstehen. Gründe für die besondere Bedeutung der bisherigen Finsternisperioden dieser Familie, die sich insgesamt durch markante Entwicklungen und Veränderungen auszeichnen, könnten sein:

 

  •        Die Perioden fallen meist zusammen oder in die Nähe von Saturn/Pluto-Konjunktionen oder -Oppositionen.
  •        Die Sonnenfinsternisse dieser Serie ereignen sich in der Nähe der Mondknotenachse, was sie zu totalen oder ringförmigen Finsternissen macht und ihre Bedeutung erhöht.

 

Eklipsenperiode von Mai/Juni 2002

Am 26.5. findet eine Mondfinsternis auf 5 Grad Zwillinge/Schütze, am 10. Juni eine Sonnenfinsternis auf 20 Grad Zwillinge und am 24. Juni eine Mondfinsternis auf 3 Grad Krebs/Steinbock statt.

 

  •       International ist die Periode vor allem durch den beinahe Alleingang der USA im Irakkrieg geprägt, dem sich von den grösseren Nationen lediglich Grossbritannien anschliesst. Unter Präsident George W. Bush macht sich die Weltmacht auch einen Namen als Nein-Sager: Nein der USA zum Kyoto-Umwelt-Protokoll; Nein zur Errichtung eines internationalen Kriegsverbrechertribunals; Nein zur internationalen Kontrolle von Kleinwaffen, etc. Eigenwilligkeit und Missachtung der Interessen anderer Nationen zeigen sich auch in Form der neuen Sicherheitsstrategie der USA. Dabei wird ein Anspruch auf Durchsetzung einer Präventivstrategie im Falle von Gefahren erhoben, bei welcher nicht einmal auf den Einsatz von Atomwaffen verzichtet werden soll. Diese einseitige Sichtweise wird im Jahr nach 9/11 vom Volk voll mitgetragen. In einer Meinungsumfrage von Ende 2002 äussern sich zwei von drei Amerikanern positiv zur Amtsführung des Präsidenten. Bei der Politik, die zum Einsatz kommt, wird auch nicht vor Folter bei Verhören zurückgeschreckt. In Guantanamo und Afghanistan gehört diese zum Repertoire und wird nicht geahndet.
     
  • Übermut ist ein Charakteristikum der ersten Amtszeit von George W. Bush und dieser wird aufgrund des Traumas von 9/11 vom Volk auch nicht infrage gestellt. George W. Bush, der als Kriegspräsident bei den Amerikanern grosses Ansehen geniesst, möchte aber einen Schritt weitergehen und die Vergeltung von 9/11 nicht auf Afghanistan beschränken, sondern auch den Irak angreifen und damit die Arbeit, die in seinen Augen sein Vater im Zweistromland nicht vollendet hat, zu Ende führen. Dazu werden sogenannte „Massenvernichtungswaffen“ postuliert, die im Besitz des Irak sein sollen, um eine von der UNO gestützte Intervention zu legitimieren. Frankreich und Deutschland stellen sich aber dem Ansinnen entgegen, und dies führt zu einer Zeit hervorragenden Einvernehmens zwischen Jacques Chirac und Gerhard Schröder, die im Jahre 2002 auch beide wiedergewählt werden: Chirac gegen LePen im Frühjahr und Schröder gegen Stoiber im Herbst. Die Politik der beiden im Umgang mit den USA kommt bei ihren Wählern an, wobei Schröder bei der Kanzlerwahl ganz massgeblich davon profitiert, dass er es versteht, sich im Zusammenhang mit einem Rekordhochwasser, welches im August Mitteleuropa verwüstet, beherzt in Szene zu setzen.

  •       Das Jahr 2002 ist an vielen Orten der Welt ein schwieriges Jahr. Naturkatastrophen und Terrorismus lösen Ängste aus, und Kleinanleger, die vielleicht erst seit kurzem die Börse entdeckt haben, verlieren, insbesondere in Deutschland, viel Geld. Manche werden danach für Jahre nicht mehr an die Aktienmärkte zurückkehren. Erschütternde Ereignisse sind im Weiteren: in Erfurt erschiesst ein Schüler im April 18 Menschen, im Mai wird in den Niederlanden der Rechtspolitiker Pim Fortuyn ermordet, im Juli kommt es zu einer Flugkollision über dem Bodensee, die 71 Tote fordert, in Moskau wird im Oktober ein Überfall tschetschenischer Terroristen auf ein Musical-Theater mit 1000 Menschen verübt, der zu ca. 120 Opfern führt, und ein Terroranschlag auf Bali im gleichen Monat kostet 200 Menschen das Leben. Positiv lässt sich vermerken, dass zwischen der EU und der Schweiz bilaterale Verträge im Juli Gültigkeit erlangen.

 

Eklipsenperiode vom Mai 1984

Am 15. Mai findet eine Mondfinsternis auf 24 ½ Grad Stier/Skorpion und am 30. Mai eine Sonnenfinsternis auf 9 ½ Grad Zwillinge statt.

Je nach Kontinent sehen die Herausforderungen der Finsternisperiode von 1984 unterschiedlich aus:

 

  •       Ganz allgemein ist die Arbeitslosigkeit hoch, besonders in Westeuropa. Im März beträgt sie in der Bundesrepublik Deutschland 9 %, in Grossbritannien 12 %, in Irland 20 %, in Belgien 18 % und in Holland 17 % (Schweiz 0.75 %). Diese Situation gibt in Deutschland den Gewerkschaften Auftrieb, eine Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden pro Woche bei gleichem Lohn zu fordern. Dabei wird auch diskutiert, ob eine Verkürzung der Lebensarbeitszeit hilfreich sein könnte um die Arbeitslosigkeit zu senken.
     
  •       In den USA ist die Arbeitslosigkeit innerhalb eines Jahres hingegen von 10.6 % auf 8.5 % gesunken. Es wird zwar ein hohes Budgetdefizit von rund 180 Milliarden Dollar generiert, das manche Amerikaner schockiert, aber viele haben den Eindruck, auf dem Weg zum Besseren unterwegs zu sein. Unter Ronald Reagan setzen sich zunehmend auch religiöse Tendenzen durch und manche fordern ein Verbot der Abtreibung auf Bundesebene und eine Wiedereinführung des morgendlichen Gebetes in den Schulen. Das Vorhaben verfehlt allerdings die erforderliche Zweidrittelmehrheit knapp, so dass es nicht zu einer Verfassungsänderung kommt. Im Übrigen steht eine Verbesserung der militärischen Situation der USA und der NATO in Europa im Vordergrund und Reagans Politik kommt bei den Amerikanern insgesamt gut an, so dass er im November wiedergewählt wird. Es scheint das Volk auch wenig zu stören, dass der Internationale Gerichtshof in Den Haag im Mai die USA wegen der Blockade nicaraguanischer Häfen verurteilt. Die US-Regierung erklärt, sie werde die Entscheidung des Gerichtshofes nicht anerkennen.
     
  •       Die Differenzen zwischen Ost und West verschärfen sich mit der vorangetriebenen NATO-Aufrüstung und Berechnungen zeigen, dass weltweit für Rüstung im Jahr 1984 ca. 1 Billion Dollar ausgegeben wird. Berechnungen zeigen jedoch, dass die NATO-Mitglieder hinsichtlich konventioneller Verteidigungskapazität der Sowjetunion und ihren Satelliten unterlegen sind. Die Sowjetunion befindet sich andererseits mit Regierungschefs, die sich seit Kurzem im Turnus von einem Jahr ablösen, in einer Schwächephase, die den USA Auftrieb vermittelt.
     
  •       Während der Sowjetunion vonseiten des Westens dezidiert begegnet wird, wird China hofiert und US-Präsident Reagan stattet dem Land Ende April einen Besuch ab. Das entspannte Klima führt im Oktober auch zu einem Vertrag zwischen Grossbritannien und China über Hongkong, welches 1997 an die Volksrepublik zurückgehen soll. Peking verpflichtet sich darin, für einen Zeitraum von 50 Jahren den Hongkongern den bisherigen Lebensstil sowie deren soziales und wirtschaftliches System aufrechtzuerhalten. Die bisherige Kronkolonie der Briten soll einen Sonderstatus mit einem hohen Mass an Selbstbestimmung erhalten, die Legislative demokratisch gewählt werden und auch den Chef der Exekutive bestimmen.
     
  •       An anderen Orten des asiatischen Kontinents geht es weniger friedlich zu und her. Indische Sikhs fordern von Ministerpräsidentin Indira Gandhi Zugeständnisse. In der Folge kommt es zur Erstürmung des „Goldenen Tempels“, in welchem sich die Sikhs verschanzt haben, durch die indische Armee und zu insgesamt mehr als 700 Toten im April. Sechs Monate später fällt die indische Premierministerin Indira Gandhi einem Anschlag zum Opfer. Sie wird von zwei ihrer Leibwächter, beides Sikhs, erschossen. Der Mord stürzt Indien in schwere Unruhen.
     
  • Ein weiterer Herd von Gewalt tut sich im Krieg zwischen Irak und Iran auf, der seit über 3 ½ Jahren tobt. Der Iran startet eine Grossoffensive unter anderem mit Kindersoldaten und der Irak reagiert durch Giftgaseinsatz. Im Übrigen gehen im Mai beide Seiten dazu über, Tanker im Persischen Golf zu beschiessen.

 

Eklipsenperiode vom Mai 1966

Am 4. Mai kommt es zu einer Mondfinsternis auf 14 Grad Stier/Skorpion und am 20. Mai zu einer Sonnenfinsternis auf 29 Grad Stier.

 

  •        Wie die weiter oben beschriebenen, wird auch diese Periode durch eigenwillige Aktionen der US-Grossmacht charakterisiert, denen sich die Europäer nicht anschliessen. Im Vordergrund steht dabei der Vietnamkrieg, in welchem seit Februar 1966 die USA in der sogenannten „Deklaration von Honolulu“ ihr weiteres Engagement an der Seite Südvietnams bekräftigen.
     
  •        Im Weltraum gelingt es den Amerikanern im Juni, mit einer weichen Mondlandung den bisherigen Vorsprung der Sowjetunion in der Weltraumfahrt wettzumachen. Zusätzlich wagen sie ein Koppelungsmanöver im Weltraum.
     
  •        Am anderen Ende der Welt findet eine Revolution statt. Nach der Plenartagung des 8. Zentralkommites der KP Chinas in der ersten Augusthälfte, ist ab 21. August in den Strassen Pekings ein ungewohntes Schauspiel zu beobachten: Tausende junge Chinesen ziehen durch die Stadt und propagieren einen neuen Lebensstil. Es wird zur Abkehr von westlichen Gewohnheiten aufgerufen. Die Kampagne der „Roten Garde“ greift sehr bald auf alle grösseren Städte Chinas über.
     
  •       Neben Trennung und Entzweiung kommt es in dieser Zeit aber auch zur Verbindung zwischen Gegensätzen, indem man sich die Hand reicht. So findet im April 1966 der erste deutsche Dialog der Parteien zwischen der Bundesrepublik und der DDR statt. Im April besucht Altbundeskanzler Konrad Adenauer Israel und kommt mit Ex-Ministerpräsident David Ben Gurion und Regierungschef Levi Eshkol zusammen. Es ist ein Jahr her, dass die Bundesrepublik Deutschland und der Staat Israel offizielle diplomatische Beziehungen pflegen, und es ist soeben im März die „Deutsch-israelische Gesellschaft“ gegründet worden.
     
  •       Zwischen Österreich und Italien wird im September ein Kompromiss in der Südtirol-Frage erreicht.
     
  •       In Deutschland braut sich im August eine handfeste Krise zusammen: Der Absturz von 60 Maschinen des Kampfflugzeugs „Starfighter“ während Übungsflügen führt zum Rücktritt hoher Offiziere. Später (Oktober) zerbricht die Bonner Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP, sodass es dann im November zum Rücktritt Ludwig Erhardts und zu einer grossen Koalition kommt.
     
  •       Unwetterschäden in Form verheerender Überschwemmungen fordern im August in Österreich 24 Tote. Die Katastrophe setzt sich im November mit Hochwasser in Österreich und Italien fort und führt zu einer weiteren Opferbilanz von 23 bzw. 120 Menschen. Ein Drittel des italienischen Territoriums steht unter Wasser.

 

Eklipsenperiode vom April/Mai 1948

Am 23. April kommt es zu einer Mondfinsternis auf 3 Grad Stier/Skorpion und am 9. Mai zu einer Sonnenfinsternis auf 18 Grad Stier.

Diese Phase kann als Abschluss der bewegten Periode der beiden Weltkriege betrachtet werden, die 1912 mit dem 1. Balkankrieg begann. Mit dem Marshallplan treiben die Amerikaner den Wiederaufbau Europas voran.

 

  •       Im März kommt es zu einer Entscheidung der westlichen Mächte für die Bildung eines für die westeuropäische Union integrierten westdeutschen Staates, ohne Mitbeteiligung der Sowjetunion. Dazu wird unter der Obhut der Alliierten eine Zentralbank gegründet. Dem folgt im April der Marshallplan zum Wiederaufbau Europas, mit einer Dotierung von 4,3 Milliarden Dollar. Die Sowjetunion ist verärgert und veranlasst im Juni die Sperrung der Zufahrten nach Berlin. Die „Berliner Blockade“ wird durch eine alliierte Luftbrücke überwunden. Parallel dazu kommt es im Juni in Deutschland zu einer Währungsreform, bei der jeder Bürger 40 DM für 40 Reichsmark erhält, während Spareinlagen und Guthaben im offiziellen Verhältnis von 1:10 umgewandelt werden. Die Währungsreform führt zu einer Spaltung zwischen dem Osten und dem Westen Deutschlands. Ab Juli 1948 wird vonseiten der westdeutschen Länder an einer Verfassung gearbeitet, und es wird am 1. September Konrad Adenauer als Vorsitzender des Parlamentarischen Rates gewählt.
     
  •       In die gleiche Zeit fallen wachsende Spannungen zwischen Jugoslawien und der UdSSR, die dazu führen, dass vom KOMINFORM die jugoslawische kommunistische Partei am 28. Juni, dem Veitstag, ausgeschlossen wird.
     
  •       Am Nachmittag des 14. Mai wird der Staat Israel ausgerufen (bevor um 24. Uhr in Palästina das Mandat der britischen Regierung endet). Er muss sich gleich von Anfang an gegen arabische Armeen zur Wehr setzten, denn die Arabische Liga hat bereits am 13. Mai den palästinensischen Juden den Krieg erklärt.

 

Eklipsenperiode vom April 1930

Mondfinsternis vom 13. April auf 22 ½ Grad Widder/Waage, Sonnenfinsternis vom 28. April auf 8 Grad Stier.
 

Mitten in der Periode von 1912–1948, die die beiden Weltkriege und deren Verarbeitung umspannt, kommt es im Krisenjahr des Kapitalismus von 1930 zu einem, in Anbetracht der soeben ausgebrochenen Weltwirtschaftskrise, schlecht inspirierten Versuch, die finanziellen Konsequenzen des Ersten Weltkrieges zu regeln. Damit werden aber geradezu die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass sich der Nationalsozialismus durchsetzen kann und in der Folge der Zweite Weltkrieg entbrennt.

 

  •       Mit dem Abschluss der Haager Konferenz im Januar 1930 wird der Young-Plan angenommen und Deutschland verpflichtet sich feierlich, die ihm auferlegten Reparationszahlungen für den Ersten Weltkrieg gemäss den Bestimmungen des neuen Abkommens zu leisten. Bereits im Februar kommt es jedoch zu heftigen Protesten der Deutschnationalen gegen die Haager Beschlüsse. Im März wird eine neue deutsche Regierung unter Heinrich Brüning gebildet, aber die Wirtschaftskrise und die hohe Arbeitslosigkeit machen es ihr schwer sich durchzusetzen. So bricht im Juli die Krise offen aus, und der Reichstag muss aufgelöst werden, um im September Neuwahlen anzusetzen. Dabei erringt die NSdAP über 18 % der Stimmen. Der Weg zur Macht ist für die Nationalsozialisten geebnet.
     
  •       Das Gedankengut der Deutschnationalen findet über die Grenzen des Landes Anklang. So beschwört Österreichs Bundeskanzler Schober anlässlich eines Deutschlandbesuchs die Gemeinsamkeit einer über 1000-jährigen Kultur und ruft beide Staaten zum Aufbau eines neuen Europa auf.
     
  •       Die Spannungsfigur zwischen Uranus in Widder, Pluto in Krebs und Saturn in Steinbock kommt bereits im Frühjahr 1930 im Orb von wenigen Graden zustande. Und dies unterstützt brachiale Lösungen für bestehende Probleme. So rechtfertigt Josef Stalin im Juni am Parteitag der KPdSU in Moskau die in der letzten Zeit durchgeführten „Säuberungen“ der Partei von opportunistischen Kräften.
     
  •       In den grossen Staaten Asiens rumort es. Im April sagt sich in China der Befehlshaber der Nordtruppen von der Nanking-Regierung los, und startet eine „Strafexpedition“ gegen Tschiang Kai-Schek, dem Befehlshaber der Nangkinger Regierungstruppen. Es kommt zum Bürgerkrieg. In Indien hat im Januar der Nationalkongress die Forderungen Mahatma Gandhis nach völliger Unabhängigkeit des Landes von Grossbritannien übernommen. Erster Schritt ist ein Aufruf zum Streik und zur „Gehorsamsverweigerung“, der im April erfolgt. Daraufhin wird Gandhi im Mai festgenommen, was heftige Unruhen im ganzen Land auslöst.

 

Eklipsenperiode vom April 1912

Mondfinsternis vom 1. April auf 12 Grad Widder/Waage, Sonnenfinsternis vom 17. April auf 27 Grad Widder.

Übermut und ein überholtes Verständnis von Ehre prägen das Verhalten der Elite auf eine Weise, die zu Konfrontationen und unlösbaren Problemen führen muss. Symbolisch dafür steht die Fahrt der Titanic und deren unverantwortlichen Kapitäns:

 

  •       Zwischen Mondfinsternis und Sonnenfinsternis kommt es in der Nacht vom 14./15. April zum Untergang des Luxusdampfers „Titanic“. Er galt als unsinkbar. Der Kapitän hatte jedoch aus Übermut sämtliche Sicherheitsmassnahmen unterlaufen, weil er versuchte, trotz Eisbergwarnung einen Geschwindigkeitsrekord zu brechen. In diesem Einzelereignis kommt die ganze Hybris des westlichen Menschen des 20. Jahrhunderts zum Ausdruck, der aufgrund überrissener Technologiegläubigkeit den Sinn für Grenzen verloren hat. Die sehr besondere Sonnenfinsternis, die sich lediglich 2 Tage nach dem Untergang der Titanic ereignet, ist für Southampton/England, von wo aus die Reise startete, in Fig. 8 aufgezeichnet. Auffallend sind die Quadrate des Neumondes zu Neptun und Lilith, aber auch seine Spannung zum Uranus. Kurz zuvor war dieser ins Wassermannzeichen eingetreten, und er hatte damit eine Begeisterung für die Möglichkeiten der Technik und den menschlichen Erfindergeist ausgelöst.
     
  •       Um die gleiche Zeit, nämlich am 1. Mai, muss ein Oberarzt aus dem preussischen Militärdienst ausscheiden. Sein Fehler: Er hat ein Duell mit einem Beleidiger abgelehnt und für seine Entscheidung religiösen Motive vorgebracht. Die Entlassung rechtfertigt der preussische Kriegsminister folgendermassen: „Die Duellverweigerung steht in einem scharfen Widerspruch zu den herrschenden Anschauungen in der Armee“.
     
  •       Auf Einladung des deutschen Reichskanzlers stattet der britische Kriegsminister Haldane Deutschland einen Besuch ab; er spricht fliessend Deutsch und der deutsche Reichskanzler gilt als Briten-freundlich. Dies wären gute Voraussetzungen, um die sich aufbauenden Spannungen zwischen den beiden Ländern zu neutralisieren. Die Briten drängen jedoch auf eine Reduzierung der deutschen Flottenrüstung, die deutsche Marine hingegen beabsichtigt eine Ausweitung, sodass es zu keiner Einigung kommt. Eine mögliche Chance zur Verhinderung des Ersten Weltkrieges wird vertan. Im Juli treffen sich der deutsche Kaiser Wilhelm II. und der russische Zar Nikolaus, und sie sichern sich Freundschaft und Zusammenarbeit zu. Die Regierungen beider Länder gehen jedoch getrennte Wege, und während sich Zar und Kaiser umarmen, beginnt in Albanien ein Bürgerkrieg, dem bald der Balkankrieg folgen wird.
     
  •       Im Februar ruft die kaiserliche chinesische Regierung die Republik aus. Dies folgt einer Meuterei von Militäreinheiten in Wuhan, die bereits im Oktober den Kaiser abgesetzt hatten.

 

Folgerungen aus früheren Perioden

Die Berücksichtigung früherer Perioden der aktuellen Saros-Serie hilft zu verstehen, um welche Dinge es während der gegenwärtigen Periode des Jahres 2020 gehen könnte, und welche Länder davon betroffen sein dürften. So haben wir gesehen, dass ab 1930 die USA im Zusammenhang mit dieser Saros-Serie Schlagzeilen machen, wobei es seit 1966 um eigenwillige Aktionen geht, die häufig durch ihren Präsidenten veranlasst werden, der sich seit 1984 aus dem republikanischen Lager rekrutiert und sich hinsichtlich Deregulierung und Eigenwilligkeit von Eklipse zu Eklipse steigert. Mit Donald Trump scheint nun hinsichtlich Alleingang des Landes kurz vor dem Pluto-Return, der 2022 genau wird, ein Höhepunkt erreicht zu sein. Andere Staaten, die in der Auflistung häufig vorkommen, sind Deutschland, China, Indien und Israel.

Die Eklipsen dieser Serie haben häufig mit markanten staatlichen Veränderungen zu tun, mit Prozessen, die einem Land oder verschiedenen Ländern schliesslich eine neue Ausrichtung geben, wie dies mit den Balkankriegen des Jahres 1912 und dem folgenden Ersten Weltkrieg der Fall war. Ähnliches kann man auch vom Jahr 1930 behaupten, welches mit der Wirtschaftskrise in den USA zum „New Deal“ von Roosevelt führte, in Deutschland den Nationalsozialismus stark machte und in Russland mit massiven „Säuberungen“ die Stalin-Diktatur festigte.

Manchmal wird auch eine wichtige Forderung erhoben, wie als der Indische Nationalkongress im Jahre 1930 sich Gandhis Vision eines unabhängigen Indiens zu eigen machte und der durch Aktionen zivilen Ungehorsams Nachdruck verliehen wurde. Diese Bestrebungen führten dann 1947, ein Jahr vor der nächsten Eklipsenperiode zur Unabhängigkeit des Landes. Für Staaten, die durch Teilung entstanden, wie Israel und Jordanien im Jahre 1948, gilt diese Entsprechung umso mehr.

Es ist aber auch auffallend, wie bedeutsame Wirtschafts- und Börsenkrisen oder Ankurbelungen der Wirtschaft mit den verschiedenen Stationen dieser Saros-Familie zusammenfielen. So wurde man sich erst 1930 wirklich bewusst, dass der Börsencrash vom Oktober 1929 zu einer schweren Rezession oder Depression führen würde und damit eine politische Destabilisierung der Welt einherging. Die nächste Etappe von 1948 entsprach dann mit dem Marshall-Plan dem Beginn des Aufschwungs Europas nach dem Zweiten Weltkrieg. Dies war auch hier mit einer wichtigen politischen Auswirkung verbunden, nämlich, dass dieser nur dem westlichen Teil des Kontinents zugutekam. Wer bei der nächsten Eklipsenphase des Jahres 1966 US-Aktien kaufte, konnte nur verlieren. Denn die Inflation, die bis zum Beginn der 1980er-Jahre teilweise auf über 10 % stieg, entwertete den Einsatz. Dies umso mehr, als die Kurse des Jahres 1966 nominal erst im Jahre 1983 wieder erreicht wurden. Wer jedoch 1984 das Gleiche tat und Aktien kaufte, erlebte sich auf der Gewinnerseite. Bis 2000 stiegen die Kurse auf das mehr als Zehnfache, womit aber der Punkt für einen neuerlichen Umschlag und eine erforderliche Umschichtung erreicht war, die man nicht verpassen durfte. Im Zeitfenster der nächsten Eklipsenperiode des Jahres 2002 kam es nämlich drohte nämlich zu einem Tief, wodurch amerikanische Aktienbesitzer um 35–40 % geprellt wurden, wenn sie nicht 1–2 Jahre zuvor ausgestiegen waren. Für viele Europäer ging der Alptraum mit Verlusten von 50–70 % noch bis zum Frühjahr 2003 weiter. Diese gewaltigen Umschwünge sollte man im Blick haben, wenn man im Jahre 2020 als Anlegerin oder Anleger ruhig schlafen möchte.

 

Hinweise zur Deutung der Finsternisse im persönlichen Horoskop

 

Mondfinsternis vom 5. Juni 2020
Die in Fig. 1 abgebildete Mondfinsternis vom 5. Juni zeigt eine Sonne/Mond-Opposition auf 15 ½ Grad Zwillinge/Schütze, die vom Mars auf 16 Grad Fische auf 18 Bogenminuten genau quadriert wird. Weitere Elemente des dadurch entstehenden Spannungsdreiecks sind die Konjunktion der Sonne mit der Venus auf 12 Grad Zwillinge und jene des Mars mit dem Neptun auf 21 Grad Fische. Dies legt nahe, dass wir einen Einflussbereich definieren können, der von 12–21 Grad veränderlich reicht. Wer in diesem Bereich eine Geburtsstellung hat, dürfte die Mondfinsternis und die ihr angereihten Aspekte spüren.

 

Sonnenfinsternis vom 21. Juni 2020
Die Sonnenfinsternis findet auf dem ersten Grad des Krebszeichens statt, und sie steht in Konjunktion mit dem aufsteigenden Mondknoten auf 29 Grad Zwillinge. Dabei wird die Mondknotenachse von Mars in Fische auf knapp 26 Grad quadriert. Diese Konstellation legt nahe, dass die Sonnenfinsternis von Menschen stark verspürt wird, die Stellungen auf 25 Grad Zwillinge bis 4 Grad Krebs, oder 25 Grad Schütze bis 4 Grad Steinbock aufweisen. Im Weiteren kann der Bereich von 25 Grad Jungfrau bis 2 Grad Waage und 25 Grad Fische bis 2 Grad Widder als bedeutsam betrachtet werden.

 

Mondfinsternis vom 5. Juli 2020
Die Mondfinsternis findet auf 13 ½ Grad Krebs/Steinbock statt, und sie macht ein Quadrat zum Chiron auf 9 Grad und zur Lilith auf 18 Grad Widder, mit einer Halbsumme, die auf 13 ½ Grad Widder zu liegen kommt. Dies bedeutet, dass Menschen mit Stellungen zwischen 9 und 18 Grad Krebs/Steinbock die Mondfinsternis stark spüren dürften. Zusätzlich gilt dies aufgrund der quadrierenden Chiron/Lilith-Konjunktion für Personen, die Stellungen zwischen 9 und 18 Grad Widder/Waage aufweisen.


 
Claude Weiss beschäftigt sich seit über 50 Jahren mit Astrologie; Herausgeber der Zeitschrift ASTROLOGIE HEUTE; gründete 1978 die Astrodata AG, welche astrologische Analysen anbietet; von 1988 bis 2019 Präsident des Schweizer Astrologenbundes (SAB); gefragter Referent an internationalen Kongressen. Bücher: «Die 28 Mondphasen der Geburt - Eine inspirierende Erweiterung des klassischen 8-Phasen-Mandalas»,«Warum wir uns inkarnieren - Das Geheimnis des karmischen Neumondes», «Horoskopanalyse» Band 1 und 2 (Band 2 ist in einer überarbeiteten und stark erweiterten Neuauflage erhältlich), «Karmische Horoskopanalyse», Band 1 und 2, Mitautor der Bücher «Pluto – Eros, Dämon und Transformation», «Die Lilith-Fibel», «Wendezeit 2010-2012», «Visionen einer neuen Zeit», E-Mail an Claude Weiss